Prognose für den Winter: Welches Wetter gibt's für Deutschland?

In weiten Teilen Deutschlands ist das Wetter in den letzten Wochen zunehmend ungemütlicher geworden. Doch wie sieht es für die Wintermonate aus? So genannte Klimatrends ermöglichen erste Prognosen. So könnte der Winter in Deutschland ausfallen:

Neben den klassischen Wetterprognosen für die nächsten 5 bis 10 Tage erstellt der staatliche US-Wetterdienst NOAA regelmäßig sogenannte Klimatrends. Diese Klimatrends versuchen dann ganz rudimentär abzuschätzen, wie die kommenden Monate bzw. die kommende Jahreszeit werden könnte. Das ist bisher immer noch eine sehr experimentelle Vorgehensweise und man sollte danach tunlichst nicht seinen Winter- oder Sommerurlaub planen, denn solche Trends können maximal abschätzen, ob eine Jahreszeit wärmer oder kälter oder trockener oder nasser werden könnte. Keinesfalls kann man damit das Wetter an bestimmten Tagen in den nächsten Monaten vorhersagen. Die Frage nach weißer Weihnachten können diese Trends also nicht beantworten.

“Seit Wochen stehen die Klimatrends des US-Wetterdienstes auf Mildwinter. Und dabei bleibt es auch bei der aktuellsten Berechnung. Der Winter könnte in ganz Europa wärmer ausfallen als im langjährigen Durchschnitt, in Deutschland um bis zu 2 Grad wärmer als üblich. Zudem soll es deutlich mehr Niederschlag als normal geben und der würde aufgrund der warmen Temperaturen wohl häufig als Regen fallen. Dieser Klimatrend deutet darauf hin, dass uns ein typischer milder Westwindwetterwinter bevorsteht.

Den Prognosen zufolge könnte es in diesem Winter seltener so aussehen, wie Mitte November auf dem Brocken. Bild: dpa

Das bedeutet: vom Atlantik kommen immer wieder Tiefs mit milder Luft, viel Regen und einem hohen Sturmpotenzial Richtung Mitteleuropa gezogen. Das könnten also sehr stürmische und wechselhafte Tage und Wochen werden. Doch daneben gibt es auch noch weitere Klimatrends wie zum Beispiel vom privaten US-Wetterdienst accuweather, aber auch vom Deutschen Wetterdienst“ erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net.

Lange Schneephasen sind trotzdem möglich

Aber: Ein unterm Strich bis zu 2 Grad zu warmer Winter schließt trotzdem nicht aus, dass wir es ab und zu mit Kaltluft und vielleicht sogar Schneefällen bis ganz runter zu tun bekommen. Das bedeutet nur, dass die Temperaturabweichung gemittelt über die Monate Dezember bis Februar um bis zu 2 Grad nach oben abweichen soll. Wir wissen nicht, ob es in diesem Zeitraum nicht doch 1, 2 oder sogar 3 sehr kalte Wochen mit Schnee geben kann. Daher ist die Verwendung dieser Trends mit Vorsicht zu genießen und deren Einsatz sehr, sehr beschränkt.

Auch der private US-Wetterdienst accuweather hat für Europa einen Trend mit den sogenannten Winter-Highlights 2017/2018 herausgeben. Er rechnet vor allem in Westeuropa häufig mit Stürmen und das auch in Deutschland. Aber: in der zweiten Winterhälfte sehen die Kollegen dann recht häufige Kaltluftvorstöße nach Mitteleuropa und nach Deutschland. Sie setzen somit in Deutschland auf einen ausgeprägten Spätwinter.

“Neben diesen beiden genannten Wetterdiensten ist übrigens auch der Deutsche Wetterdienst am Thema langfriste Wettertrends dran, auch wenn man manchmal das Gefühl hat das geschieht dort eher im stillen Kämmerlein und man möchte öffentlich nicht so gerne darüber sprechen” erklärt Wetterexperte Dominik Jung schmunzelnd.

Zurückhaltendere Prognosen des Deutschen Wetterdienstes

Dabei kann sich jedermann “aktuelle Jahreszeitenvorhersage” des Deutschen Wetterdienstes anschauen. Entwickelt und betrieben werden diese Jahreszeitenvorhersagen von einer ganzen Reihe seriöser wissenschaftlicher Einrichtungen, wie etwa der Universität Hamburg oder dem Max-Planck-Institut für Meteorologie.

Für Deutschland wird dort aktuell ebenfalls ein warmer Winter berechnet, allerdings liegen dort die Abweichungen nur bei 0,5 Grad über dem langjährigen Durchschnitt, also deutlich unter den Abweichungen, die die Kollegen der NOAA berechnen. Das wäre nur eine minimale Abweichung nach oben und könnte gefühlt zumindest einen doch eher kalten Winter entsprechen. Im Vergleich zum im Oktober erstellten Trend wurde hier sogar etwas zurück gerechnet. Damals lag der Trend bei einer berechneten Abweichung von bis zu 1 Grad über den Durchschnittswerten, nun nur noch um 0,5 Grad.

“Deutet sich hier etwa ein Umschwung hin zu einem eher zu kalten Winter an? Das wird man erstmal abwarten müssen. Es bleibt auf alle Fälle spannend” erklärt Jung.

Im Video: So wird das Wetter in Europa