Profiboxer Manny Pacquiao bewirbt sich um Präsidentenamt auf den Philippinen

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Manny Pacquiao (AFP/Ted ALJIBE)

Der Profiboxer und Nationalheld Manny Pacquiao will Präsident der Philippinen werden. "Die Zeit ist reif - wir sind bereit, uns der Herausforderung zu stellen", sagte der 42-Jährige am Sonntag bei der Verkündung seiner Kandidatur für die Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr. Seit langem war erwartet worden, dass Pacquiao seinen Hut im Kampf um das höchste Amt in dem ostasiatischen Inselstaat in den Ring werfen würde.

Die Ankündigung erfolgte nur wenige Wochen, nachdem der mehrfache Weltmeister in Las Vegas dem Kubaner Yordenis Ugas unterlegen war - was sein möglicherweise letzter Profikampf gewesen sein könnte. Pacquiao nahm die Nominierung durch eine abtrünnige Fraktion der Regierungspartei von Präsident Rodrigo Duterte an, der nicht erneut antreten kann.

Der 42-jährige Pacquiao trat bereits 2010 als Kongressabgeordneter in die Politik ein und wurde später in den Senat gewählt. Der Boxer wird in seiner Heimat als Nationalheld vergöttert: Sein Lebensweg aus der Armut heraus zu einem der besten und erfolgreichsten Boxer aller Zeiten dient vielen Menschen als Vorbild. In die Geschichtsbücher ging der Sportler wegen des als Kampf des Jahrhunderts gefeierten Schlagabtauschs gegen Floyd Mayweather 2015 ein, den er nach Punkten verlor. Pacquiao wird außerdem für seine Großzügigkeit bewundert und hat sich den Kampf gegen Armut und Korruption auf die Fahnen geschrieben, mit dem er auch im Präsidentschaftsrennen punkten will.

"Für diejenigen, die mich fragen, was meine Qualifikationen sind: Haben Sie jemals Hunger erlebt?" fragte Pacquiao die Anwesenden bei der Versammlung der Anti-Duterte-Fraktion der Regierungspartei PDP-Laban. "Haben Sie schon einmal erlebt, dass Sie nichts zu essen hatten, dass Sie sich Geld von Ihren Nachbarn leihen mussten oder dass Sie an einem Essensstand auf Reste warten mussten? Der Manny Pacquiao, der vor Ihnen steht, wurde von der Armut geprägt", machte der Boxer Werbung für sich.

Pacquiaos Prominenz könnte ihn durchaus ins Präsidentenamt bringen - garantiert ist sein Sieg jedoch nicht. Eine öffentliche Auseinandersetzung zwischen Pacquiao und Duterte über dessen Umgang im Streit mit Peking über das Südchinesische Meer und über die Bestechung von Beamten könnte dem gläubigen Christ bereits Stimmen gekostet haben. Eine ernstzunehmende Herausforderin wäre Dutertes Tochter Sara, die derzeit Bürgermeisterin der südlichen Stadt Davao ist. Sie hat ihre Kandidatur jedoch noch nicht bekanntgegeben.

Duterte, der laut Verfassung nur eine Amtszeit als Präsident absolvieren darf, bewirbt sich um das Amt des Vizepräsidenten. Die Frist für die Registrierung als Kandidat für die Wahlen im nächsten Jahr endet am 8. Oktober.

mkü/cp

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