Pro: Thai-Wiese: Nicht gleich alles plattwalzen

Andreas Abel

Die Thaiwiese im Preußenpark ist ein beliebter Treffpunkt, ein schönes Beispiel für ein kulturelles Miteinander, das ja auch prägend für das neue Berlin ist. Natürlich braucht ein Miteinander Regeln, wie vieles andere in dieser Stadt kann man den unorthodoxen Foodmarkt nicht einfach sich selbst überlassen. Wer nicht an der Thai-Community teilhaben möchte, muss trotzdem ein ruhiges Plätzchen im Preußenpark finden können. Und eine Vermüllung des Parks ist nicht zu akzeptieren, ganz gleich, wer sie verursacht und gewissermaßen Veranstalter der Party ist.

Entscheidend ist aber, mit welchem Grundgedanken die Behörden jetzt den Konflikt auflösen wollen. Sollen dort weiterhin Speisen verkauft, aber die Auswüchse beseitigt werden? Oder soll die Thaiwiese beseitigt werden? Der Stadtrat für Ordnungsangelegenheiten sagt, ein Verbot bedürfe permanenter Kontrollen, und die könne er nicht gewährleisten. Man möchte hinzufügen, es wäre auch schade.

Der Stadtrat plädiert für einen geregelten Speisenverkauf an festen Ständen, also einen Streetfood-Markt, wie er in Berlin inzwischen gang und gäbe ist. Damit aber würde die Thaiwiese ihren Charme verlieren. Das Bezirksamt ist aufgerufen, einen dritten Weg zu finden, einen echten Kompromiss zwischen Befürwortern und Kritikern. Das erfordert aber auch von beiden Seiten, Zugeständnisse zu machen.

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