Privatkunden-Geschäft treibt Bank of America

dpa-AFX

CHARLOTTE (dpa-AFX) - Die Bank of America hat im zweiten Quartal dank eines starken Geschäfts mit Privatkunden deutlich mehr verdient. Die Kreditvergabe und die Spareinlagen seien gewachsen, sagte Finanzchef Paul Donofrio am Dienstag. "Unser Privatkunden-Geschäft hatte das beste Quartal in zehn Jahren." Die Aktionäre der Bank of America profitieren davon unter anderem durch eine höhere Dividende. Bekanntester Geldgeber des Hauses ist Warren Buffett, der jüngst angekündigt hatte, zum Hauptaktionär aufzusteigen.

Dank des guten Laufs im Privatkunden-Bereich konnte die Bank auch ein schwächeres Kapitalmarkt-Geschäft abfedern. Unterm Strich blieb konzernweit ein Gewinn von 5,3 Milliarden US-Dollar hängen und damit 10 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, wie das Geldhaus aus Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina mitteilte. Die Aktie zeigte sich vorbörslich aber wenig bewegt.

Schon US-Branchenprimus JPMorgan Chase und die Citigroup hatten von der gut laufenden amerikanischen Wirtschaft profitiert und damit Einbußen im Kapitalmarkt-Geschäft ausgleichen können. Die Anleger hatten zuletzt weniger gehandelt, nachdem Ruhe an den Finanzmärkten eingekehrt war. In den Monaten zuvor hatten politische Umwälzungen wie das Brexit-Referendum und die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten dafür gesorgt, dass Anleger ihre Depots vermehrt umschichteten - die Banken verdienen daran über Gebühren.

Bei der Bank of America schrumpften die Einnahmen aus dem wichtigen Handel mit Anleihen, Rohstoffen und Währungen um 14 Prozent; der Handel mit Aktien ging indes um 3 Prozent hoch. Die anderen Bereiche stopften die Lücke: Neben dem Privatkunden-Geschäft waren dies das Beratungsgeschäft sowie die Vermögensverwaltung. Die Erträge - die gesamten Einnahmen der Bank - stiegen so um 7 Prozent auf 22,8 Milliarden Dollar. Der Bank of America kam auch zugute, dass sie weniger Geld für faule Kredite zurücklegen musste.