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Der private Michael J. Fox: Das sind die Streaming-Tipps der Woche

Apple macht Michael J. Fox in "Still: A Michael J. Fox Movie" zum Helden seines eigenen Films. (Bild: Apple )
Apple macht Michael J. Fox in "Still: A Michael J. Fox Movie" zum Helden seines eigenen Films. (Bild: Apple )

Bei Apple TV+ schaut Hollywoodstar Michael J. Fox auf sein bewegtes Leben zurück, während Disney+ eine stille Heldin der Geschichte würdigt. Welche Streaming-Highlights die kommende Woche bereithält, verrät die Übersicht.

In "Still: A Michael J. Fox Movie" (ab 12. Mai, Apple TV+) rekapituliert Regisseur Davis Guggenheim das bewegte Leben des Schauspielers. Fox' schauspielerischer Durchbruch dank der Comedyserie "Familienbande" wird ebenso thematisiert wie die einschneidende Parkinson-Diagnose im Alter von nur 29 Jahren. Was Netflix, Prime Video und Co. in den nächsten Tagen sonst noch zu bieten haben, erfahren Sie in der Übersicht.

"Ein Funken Hoffnung - Anne Franks Helferin" erzählt das Schicksal von Anne Frank aus der Sichtweise von Miep Gies, die die Familie in ihrem Haus versteckte. (Bild: National Geographic for Disney / Dusan Martincek)
"Ein Funken Hoffnung - Anne Franks Helferin" erzählt das Schicksal von Anne Frank aus der Sichtweise von Miep Gies, die die Familie in ihrem Haus versteckte. (Bild: National Geographic for Disney / Dusan Martincek)

"Still: A Michael J. Fox Movie", Apple TV+

Zwischen großem komödiantischem Talent, Hollywood-Olymp und Parkinson-Diagnose: Im bewegenden Dokumentarfilm "Still: A Michael J. Fox Movie" (ab 12. Mai, Apple TV+) von Davis Guggenheim erzählt ein schwer angeschlagener, aber immer noch erstaunlich präsenter Michael J. Fox sein Leben.

Das Ergebnis - eine Zusammenstellung aktueller Interviews, Filmszenen und Kommentare zu selbigen und einigen nachgestellten Szenen - berichtet auch davon, wie ein unverbesserlicher Optimist mit seinem schweren Schicksal umgeht. Fox, seine Frau und die Kinder ließen Filmemacher Guggenheim erstaunlich nahe an sich heran. Doch auch, wenn erwähnt wird, wie der Star fast eine Milliarde Dollar mit seiner Parkinson-Stiftung gesammelt hat - der Film macht nicht den Fehler, ein eindimensionales Heldenlied auf den vielleicht positivsten Typen der 80-er zu singen.

Fox' langjährige Alkoholsucht, sein Davonrennen vor Problemen und das Hadern mit dem Schicksal kommen in den langen Interviewpassagen ebenfalls zur Geltung. Und obwohl Michael J. Fox in Sprache, Mimik und Bewegungen schwer von der Parkinson-Krankheit gezeichnet ist, wirkt der Mann immer noch sehr einnehmend und lebendig - nachzuvollziehen in einem der sehenswertesten biografischen Dokumentarfilme des Jahres.

Juliette (Rebecca Ferguson) will heraufinden, was hinter dem Silo steckt.  (Bild: Apple)
Juliette (Rebecca Ferguson) will heraufinden, was hinter dem Silo steckt. (Bild: Apple)

"Ein Funken Hoffnung - Anne Franks Helferin", Disney+

Juli 1942: Anne Frank lebt mit ihrer Familie in einem Amsterdamer Hinterhaus - abgeschirmt von der Außenwelt. Familie Frank ist jüdischer Abstammung und muss sich während des Zweiten Weltkriegs vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten verstecken. Ihre Erlebnisse und Gedanken hält das Mädchen in einem Tagebuch fest, das nach dem Krieg als "Tagebuch der Anne Frank" von ihrem Vater Otto Frank veröffentlicht wird und bis heute als Mahnung und wichtiges, historisches Dokument gilt.

Nun wird die tragische Geschichte aus einer ganz neuen Perspektive geschildert. In der Serie "Ein Funken Hoffnung - Anne Franks Helferin" (ab sofort, Disney+) geht es um die Sichtweise von Miep Gies, jener Frau, die die Familie Frank vor den Nazis beschützte.

Über den Blickwinkel dieser selbstlosen Frau, "von der die meisten Menschen noch nie gehört haben", wie Carolyn Bernstein von National Geographic sagt, war bislang wenig zu erfahren. "Als wir von Miep Gies' beeindruckender Geschichte hörten, hat sie uns sofort gepackt und bewegt", erklärt Bernstein zu der "alltäglichen Superheldin". Den Machern gelingt es in "Ein Funken Hoffnung", die beklemmende Situation der Franks darzustellen, ohne zu überdramatisieren. Gleichzeitig würdigt die Serie das Engagement einer vergessenen Heldin der Historie.

Luise (Anne Ratte-Polle) hat mit einem Verlust aus der Vergangenheit zu kämpfen. (Bild: RTL / Warner TV Serie / Bernd Spauke)
Luise (Anne Ratte-Polle) hat mit einem Verlust aus der Vergangenheit zu kämpfen. (Bild: RTL / Warner TV Serie / Bernd Spauke)

"Silo", Apple TV+

Als Autor Hugh Howey 2013 mit seiner dreiteiligen "Silo"-Romanreihe auf der Bestsellerliste der "New York Times" landete, reagierte 20th Century Fox am schnellsten. Rasch schrieben Branchenblätter, Produzent Ridley Scott sei mit der Verfilmung des Sci-Fi-Stoffes betraut. Doch das Projekt verlief im Sande, die Rechte ging nach der Fox-Übernahme durch Disney erst an den Mäusekonzern, später an AMC - und 2021 schließlich an Apple TV+. Dort startet der dystopische Verschwörungsthriller nun als zehnteilige Serie.

Das Leben in einer nicht näher bezifferten Zukunft ist trostlos. Nurmehr 10.000 Menschen fristen nach einer verheerenden Seuche ein Dasein auf der Erde - besser gesagt im titelgebenden Bunker Kilometer unter der Oberfläche. Als Ingenieurin Juliette (Rebecca Ferguson) drauf und dran ist, das Geheimnis des Silos zu lüften, gerät ihr Leben in Gefahr. Einzig im desillusionierten Sheriff Holston (David Oyelowo) findet sie einen überraschenden Verbündeten.

Showrunner und Drehbuchautor Graham Yost (Emmy-prämiert für "The Pacific") nimmt das Publikum mit seiner mal spannenden, mal philosophisch angehauchten Serie "Silo" (ab 5. Mai, Apple TV+) in eine klaustrophobische Untergrundwelt mit. Die gute Nachricht für Sci-Fi-Fans: "Silo" adaptiert nur Band eins von Howeys Romanreihe, mit zwei weiteren Büchern wäre die Grundlage für mehrere Staffeln vorhanden.

Phil Knight (Ben Affleck) will, dass Nike eine coole Marke wird, aber bislang hat er es noch nicht richtig hinbekommen. (Bild: Amazon Content Services/Warner)
Phil Knight (Ben Affleck) will, dass Nike eine coole Marke wird, aber bislang hat er es noch nicht richtig hinbekommen. (Bild: Amazon Content Services/Warner)

"Zwei Seiten des Abgrunds", RTL+

Vor sieben Jahren verlor Polizeibeamtin Luise Berg (Anne Ratte-Polle) ihre ältere Tochter durch ein Gewaltverbrechen. Dennis Opitz (Anton Dreger) wurde für den Mord an der damals 17-jährigen Merle (Josephine Thiesen) verurteilt, doch nun sieht ihn Luise zufällig während eines Einsatzes. Dennis wurde frühzeitig aus der Haft entlassen. Aus dem vormals stark übergewichtigen, wortkargen Sonderling ist in der Zwischenzeit ein attraktiver, selbstbewusster junger Mann geworden. Er gilt als resozialisiert, doch bald kommen Zweifel auf.

"Zwei Seiten des Abgrunds" (ab 8. Mai, RTL+), eine Koproduktion von RTL+ mit Warner und HBO, sieht optisch nach hochwertigem Serienfernsehen aus. Mit dem Handlungsort Wuppertal hat man einen Volltreffer gelandet, der auch zur Atmosphäre der Serie passt. Dazu spielt Anne Ratte-Polle wie immer mit einer beeindruckenden Wucht und Feinsinnigkeit, die an Kate Winslets Auftritt in der preisgekrönten Serie "Mare of Easttown" erinnert. Auch wenn die Handlung und die Figurenzeichnung der restlichen Serie nicht ganz mit dem HBO-Meisterstück mithalten kann, liefert "Zwei Seiten des Abgrunds" solide Thriller-Unterhaltung.

"Air - Der große Wurf", Prime Video

"Air Jordans" - die kennt man, klar. Für Sondereditionen oder besonders seltene Exemplare der Schuhe blättern Sammler inzwischen so viel Geld hin, dass man davon auch einen Luxus-Sportwagen kaufen könnte. Aber wie fing das alles eigentlich an mit dem "Air Jordan"? Diese sehr amerikanische Unternehmergeschichte zeichnet Hollywood-Superstar Ben Affleck mit seinem prominent besetzten Drama "Air: Der große Wurf" nach - wenngleich, ohne die Figur Michael Jordan zu besetzen.

Der Sportartikelhersteller Nike befindet sich 1984 am Scheideweg und ist kurz davor, die Basketballsparte zu schließen - nicht profitabel genug, nicht annähernd so cool wie die Konkurrenten Converse oder Adidas. Und dann kommt Sonny Vaccaro (Matt Damon) ins Spiel, der richtige Mann zur richtigen Zeit mit der genau richtigen verrückten Idee: Er will das junge Supertalent Michael Jordan verpflichten, um mit ihm gemeinsam eine große neue Marke zu entwickeln, den "Air Jordan". Obwohl Nike-Boss Phil Knight (Affleck) die Idee für bescheuert hält, reist Sonny reist nach North Carolina, um mit Michaels Eltern zu sprechen.

Ben Affleck, in "Air" mal wieder als Regisseur (Drehbuch: Alex Convery) und Schauspieler beteiligt, erzählt vom Aufbau der "Air Jordan"-Marke (und von der Transformation des gesamten Nike-Konzerns) mit einigem Witz, aber gleichzeitig mit dem Anspruch, historisch akkurat zu sein. So traf er sich im Vorfeld unter anderem mit Michael Jordan, um sich dessen Segen einzuholen und ein paar inhaltliche Details besprechen. "Air - Der große Wurf" gibt es ab 12. Mai bei Prime Video zu sehen.