Private-Equity-Firma EQT zahlt über 100 Millionen für Augsburger Pflege-Startup

Fiona Mathewson
·Lesedauer: 2 Min.
Die Prosenio-Produkte werden vor allem für die Altenpflege eingesetzt.
Die Prosenio-Produkte werden vor allem für die Altenpflege eingesetzt.

Die Bevölkerung hierzulande wird immer älter – und damit wächst auch das Investoreninteresse an Pflegeangeboten. Der Münchener Wagniskapitalgeber Yabeo, der seit mehreren Jahren in entsprechende Startups investiert, gibt nun ein Portfolio-Unternehmen weiter. Der Versandhändler für Pflegeprodukte Prosenio wurde an das Industrieunternehmen Schülke verkauft und damit auch an den schwedischen Private-Equity-Fond EQT.

Der Hamburger Hersteller von Hygienemitteln Schülke gehört seit vergangenem Jahr zu EQT. Die Stockholmer Beteiligungsfirma investiert in mittelständische Unternehmen im nordeuropäischen und asiatischen Raum. Im Portfolio befinden sich etwa die Deutsche Glasfaser und Kfzteile24.

24 Millionen Euro Umsatz

Prosenio entstand 2019 durch eine Fusion der Yabeo-Beteiligungen Commitmed und Prosenio, zwei Online-Shops für Pflegeprodukte. Bei dem 2011 gegründeten Berliner Startup Commitmed, das hinter der Marke Pflegebox steckt, handelte es sich um ein Online-Versandhändler für Handschuhe und Desinfektionsmittel. Gegründet wurde die Firma von Jörg Zimmermann und Hans Nolte. Das 2009 von Christian Fleck gegründete Prosenio hat über den Onlineshop ähnliche medizinische Produkte für die Pflege zuhause verkauft.

Unter dem gemeinsamen Markenauftritt hat Prosenio im vergangenen Jahr eigenen Angaben zufolge einen Umsatz von 24 Millionen Euro erwirtschaftet und mehr als 3.500 Pflegedienste erreicht. Für 2021 rechne das Unternehmen mit einem Umsatz in Höhe von 35 bis 40 Millionen Euro, so ein Sprecher zu Gründerszene.

Der branchenübliche Umsatz-Multiple bei Portalen mit wiederkehrenden Erlösen liegt beim vier- bis fünffachem. Die Verkaufssumme müsste rein rechnerisch daher bei etwa 120 bis 160 Millionen Euro betragen. Die Unternehmen wollten den Exit-Betrag auf Nachfrage nicht kommentieren.

Mit dem Zukauf will Schülke laut Pressemitteilung sein Portfolio in den Bereichen Pflege und Sanitätsbedarf erweitern. Die 150 Mitarbeiter sowie das Managementteam unter Christian Fleck bleiben weiterhin angestellt.