Privatbank M.M. Warburg stellt 45 Millionen Euro wegen Steuerstreit zurück


Die Hamburger Privatbank M.M. Warburg trifft Vorsorge wegen umstrittener Geschäfte rund um den Dividendenstichtag. Das Geldhaus bestreitet weiterhin in Cum-Ex-Geschäfte verwickelt zu sein, stellte aber wegen einer Steuernachforderungen 44,5 Millionen Euro zurück, wie ein Banksprecher am Donnerstag auf Nachfrage sagte.

Die Hamburger Steuerbehörde hatte auf Anweisung des Bundesfinanzministeriums eine Steuernachzahlung von 56 Millionen Euro gefordert. Die Geschäftsleitung sei weiterhin überzeugt, alle Steuergesetze eingehalten zu haben, erklärte M.M. Warburg. Vorsichtshalber habe die Privatbank jedoch eine Rückstellung gebildet, die die nicht verjährten Steuer- und Zinsforderungen der Jahre 2010 und 2011 vollständig abdecke.

Bei Cum-Ex-Geschäften ließen sich Anleger die einmal gezahlte Kapitalertragsteuer mit Hilfe ihrer Bank zweimal erstatten. Steuerexperten hatten dies lange als legalen Steuertrick erachtet, seit einigen Jahren bewerten Ermittler und Strafverfolger Cum-Ex aber fast einhellig als Steuerhinterziehung. Nach Schätzungen des Bundesfinanzministeriums haben Banken und andere Verdächtige die Finanzämter um mehr als fünf Milliarden Euro erleichtert.


Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt schon seit 2016 gegen Leitungspersonen und Mitarbeiter von M.M. Warburg wegen des Anfangsverdachts der Steuerhinterziehung. Zuletzt durchsuchte die Staatsanwaltschaft im März den Hamburger Hauptsitz von Warburg. Die Bank kooperiere vollumfänglich mit Staatsanwaltschaft und Steuerfahndung, bekräftigte M.M. Warburg.

2017 fiel der Vorsteuergewinn des Warburg-Konzerns auf 17,4 Millionen Euro von 29,4 Millionen im Vorjahr, wie die Privatbank am Donnerstag weiter mitteilte. Wegen des harten Wettbewerbs konzentriert sie sich auf Deutschland, Töchter in der Schweiz und Luxemburg wurden veräußert.