Prinz Joachim: Ist seine Nichte der wahre Grund für sein aufsehenerregendes Interview?

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Vor wenigen Tage sorgte ein Interview des dänischen Prinzen Joachim für einen Aufschrei in seinem Land. Gegenüber einer französischen Zeitschrift äußerte er seine Frustration gegenüber seiner Stellung im Königshaus. Ein No-Go für seine Landsleute. Doch meint er in dem Gespräch wirklich nur sich selbst?

Prinz Joachim von Dänemark
Prinz Joachim von Dänemark

Prinz Joachim, 51, hadert mit seiner Position als Nr. 2 hinter seinem Bruder, Thronfolger Prinz Frederik, 53, und sieht offenbar keinen Grund darin, mit seinem Unmut darüber hinter dem Berg zu halten. Diesen Eindruck gewann wohl eine Mehrheit der Dänen, als sie von dem Interview des jüngsten Sohnes von Königin Margrethe, 81, mit der französischen Zeitschrift "Point de Vue" erfuhren. "Es ist etwas komplizierter zwischen uns", sagte er in dem Gespräch und machte dabei den Anschein, als spreche er über das Verhältnis zu seinem älteren Bruder. "Der Kronprinz braucht nur dem vorgegebenen Weg zu folgen. Aber was die Nummer Zwei und dessen Frau betrifft, ist nichts definiert [...]. Weder schriftlich noch mündlich. Mein Vater spürte die gleiche Unzufriedenheit und ihm ist es nie gelungen, eine Klärung über seinen Platz in der Königsfamilie zu bekommen." Durchschlagende Worte, die von einer gewissen Unzufriedenheit zeugen und die in seinem Heimatland für heftige Spekulationen sorgten.

Prinz Joachim: Liegt ihm in Wahrheit Prinzessin Isabellas Schicksal am Herzen?

Ist Prinz Joachim unglücklich mit seiner Rolle im Königshaus? Fühlt er sich in die Ecke gestellt? Die dänische Illustrierte "Her og Nu" wirft nun ein anderes Licht auf das von Joachim skizzierte Bild. Will der Royal lediglich seine Nichte Prinzessin Isabella, 14, schützen? Die Zeitschrift interpretiert Joachims Interview als Warnhinweis für seinen Bruder Frederik. Die gemeinsame Tochter des Thronfolgers mit Prinzessin Mary, 49, trifft tatsächlich ein ähnliches Schicksal wie ihren Onkel. "Als Prinz Christians kleine Schwester läuft auch sie Gefahr, in der Rolle der Nummer Zwei gefangen zu sein und plötzlich wird sie dann nicht mehr gebraucht, wenn der Thronfolger seine eigene Familie gegründet hat. Genauso, wie es Joachim passiert ist," schreibt das dänische Blatt.Liebe auf den zweiten Blick Marie + Joachim (12996)

Tatsächlich drückte sich Joachim im Gespräch mit "Point de Vue" eher missverständlich aus, als er die Mehrzahl "uns" verwendete und erklärte, man müsse herausfinden, wie man die Rolle ausfülle und dabei eben immer als Nummer Zwei agieren. Kurz nach Veröffentlichung des Interviews fing die dänische Boulevardzeitung "BT" Prinz Joachim in seiner eher unfreiwilligen Wahlheimat Paris ab. Der 51-Jährige bestätigte, dass er in dem Gespräch tatsächlich von einer gewissen Frustration gesprochen habe und dass er "eine von vielen Nummer Zweien in Europa" wäre, deren Rolle im Königshaus nicht definiert sei.

Kein Affront gegen Prinz Frederik?

War das Interview also doch keine versteckte Attacke auf Frederik, wie viele Leser vermuteten? Als Indiz für einen Angriff auf den Bruder deuteten die Dänen, dass Joachims Interview kurz vor der Konfirmation seines Neffen Prinz Christian, 15, publiziert wurde. Im Nachhinein jedoch stellte sich heraus, dass er das Interview schon lange zuvor gegeben hat. "Her og Nu" ist nun allerdings der Ansicht, dass Joachim stattdessen seinen Bruder Frederik warnen wollte, damit Prinzessin Isabella nicht in eine ähnlich schwierige Situation rutschen könnte, wie er selbst.

Wird Prinzessin Isabella eines Tages ihr Weg in die Unabhängigkeit vom Königshaus gelingen?
Wird Prinzessin Isabella eines Tages ihr Weg in die Unabhängigkeit vom Königshaus gelingen?

Eine Problematik, über die sich Prinz Frederik und Prinzessin Mary allerdings schon etwas länger den Kopf zerbrechen. Fakt ist: Im Jahr 2016 verkündete Königin Margrethe, dass von ihren Enkelkindern lediglich Christian als künftiger Thronfolger und späterer König mit einer Apanage rechnen könne. Isabella muss also im Erwachsenenalter auf eigenen Beinen stehen und für ihren Unterhalt sorgen. Prinz Joachim hingegen ist zwar studierter Landwirt und aktuell als Militärattaché in Paris eingesetzt, bleibt aber durch die finanzielle Zuwendung des Königshauses immer dessen Repräsentant in der zweiten Reihe. Ein royales Schicksal, dem Isabella voraussichtlich entgehen wird.

Verwendete Quellen: pointdevue.fr, herognu.dk, bt.dk, danapress.com

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