Prinz Andrew: Das sind die Top-Anwälte, die Prinz Andrews Namen reinwaschen sollen

Der Rechtsanwalt Marty Singer soll Prinz Andrews Namen reinwaschen. Dem Royal steht eine Zivilklage in den USA bevor, in der Virginia Roberts Guiffre den heute 61-Jährigen beschuldigt, er habe sie mehrfach sexuell missbraucht. Doch wer ist der Anwalt, der als "Mad Dog" international bekannt ist?

Star-Anwalt Marty Singer (l.) und sein Team-Mitglied Andrew Brettler
Star-Anwalt Marty Singer (l.) und sein Team-Mitglied Andrew Brettler
© Rich Fury

Scarlett Johansson, 36, beschrieb ihn einst als "real-life superhero" – zu Deutsch: ein Superheld im wahren Leben. Doch wer genau ist Marty Singer? Der Rechtsanwalt verkehrt in den höchsten Kreisen Hollywoods, hat zahlreiche Schauspieler und Schauspielerinnen aus dem Schlamassel geholt. Er gilt als "Problemlöser", wurde 2012 zum "Entertainment Lawyer of the Year" ernannt.

Nun soll Marty Singer einen der wohl größten Skandale des britischen Königshauses zurechtbiegen: Prinz Andrews, 61, Verwicklung in die Kreise des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein, †66. Dass die Royals ausgerechnet "Mad Dog"-Singer als Rechtsbeistand für den Prinzen auswählten, ist ein taktischer Schachzug. Viel mehr noch: Er ist die einzige Hoffnung, die Prinz Andrew noch hat.

Prinz Andrew: Diese Anklagepunkte werden ihm vorgehalten

Dem Sohn von Queen Elizabeth, 95, werden mehrfache sexuelle Übergriffe vorgeworfen. Prinz Andrew soll Virginia Roberts Giuffre zwischen den Jahren 1999 und 2002 dreimal missbraucht haben. Die heute 38-jährige Giuffre war zum damaligen Zeitpunkt minderjährig. Der Royal bestreitet alle Anklagepunkte.

Nachdem die Anschuldigungen 2019 bekannt wurden, hat Virginia Roberts Giuffre 2021 eine offizielle Zivilklage in den USA eingereicht. Ein Gericht in New York soll den Anschuldigungen nachgehen und entscheiden, ob Prinz Andrew Schadensersatz zahlen muss. Doch ist Marty Singers "Pitbull"-Methode vor Gericht wirklich das richtige für die Königsfamilie? Seine Vorgehensweisen stehen durchaus in der Kritik. Sein harter Umgang mit den oftmals weiblichen "Opfern" hat vor allem nach der #MeToo-Bewegung an Schlagkraft und Taktik verloren. Und auch bei Prinz Andrew wird diese Vorgehensweise schwierig, denn neben dem Gericht muss Marty Singer Prinz Andrews Namen vor allem vor einer weiteren Gruppe reinwaschen: den Medien. Die Sex-Akte Prinz Andrew + Virginia Roberts: Was alles zwischen den beiden passiert sein soll

Marty Singer: Diese Hollywoodstars zählen zu seinen Klienten

Ein Umstand, der Singer allerdings nicht sonderlich stören sollte. Immerhin hat beinahe jeder seiner Fälle mediale Relevanz. Der Rechtsanwalt ist sogar auf die Umstände zum Prinz-Andrew-Fall spezialisiert: die Minimierung des Rufschadens. Zu seinem Top-Klienten zählen Tom Hanks, 65, Silvester Stallone, 75, Kevin Costner, 66, Matt Damon, 51, und selbst Oprah Winfrey, 67.

Sharon Stone, 63, die ebenfalls zu seinen Kund:innen zählt, erklärte, sie müsse lediglich Singers Namen erwähnen und schon würden die "Schikanen" seitens der Presse abrupt stoppen. Wann immer sie gestolpert oder geschubst worden sei, habe Singer ihr die Hand gereicht und sie wieder hochgezogen, so Stone.

Singers berüchtigtster Fall: Bill Cosby

Marty Singer gilt als Wundermittel, wird von Stars gerne als der Mann bezeichnet, "der jedes Problem verschwinden lassen kann." Eine Fähigkeit, die Prinz Andrew dringend gebrauchen kann. Es erweckt den Eindruck, dass der Star-Anwalt einfach nicht scheitern kann. Doch sein wohl berüchtigtster Fall ist auch seine größte Niederlage: die Akte Bill Cosby. Zwar war es Singer, der die Anschuldigungen der Frauen, Cosby habe sie unter Drogen gesetzt und sexuell missbraucht, lange unter Verschluss halten konnte, doch letztendlich wurden die Cosby-Fälle aufgedeckt – und Singer beendete still und heimlich seine Zusammenarbeit mit dem heute 84-Jährigen. Prinz Andrew: Das Gericht scheint nicht auf seiner Seite

Marty Singer hat seine beiden "Top-Kampfhunde" für den Fall eingesetzt

Wie "Telegraph" berichtet, geht aus Gerichtsdokumenten hervor, welche Anwälte aus Singers Team – denn selbstverständlich wird ein so wichtiger Klient nicht bloß von einem Anwalt betreut – für den Giuffre-Epstein-Fall zuständig sind. Andrew Brettler sowie Melissa Lerner stehen Prinz Andrew zur Seite, gelten als "Top-Kampfhunde" des Hollywood-Anwalts. Sage und schreibe 1600 US-Dollar die Stunde (etwa 1380 Euro) soll die Queen, die das Anwaltsteam ihres Sohnes finanziert, zahlen.

Die Frage, die trotz der unstreitigen Fähigkeiten Singers im Raum steht: Ist Prinz Andrews Ansehen überhaupt noch zu retten? Der Royal und sein Anwaltsteam haben nur eine Möglichkeit und die heißt: Freispruch. Selbst ein mildes Urteil oder ein geringer Schadensersatz würden dem 61-Jährigen nicht helfen.

Laut britischen Medien haben Prinz Charles, 71, und die anderen Geschwister bereits entschieden, dass Prinz Andrew keine repräsentative Rolle für die Monarchie mehr einnehmen kann. Ob Marty Singer dieses Boot noch vorm Sinken retten kann? Das werden die kommenden Monate zeigen.

Verwendete Quellen: vanityfair.com, latimes.com, telegraph.co.uk

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