Primera Division: Spanien trägt Trauer: Ligastart im Zeichen des Terrors

Barcelona trägt Trauer. Die Vorfreude auf den Ligastart der Primera Division ist jäh dahin, Fußball ist in Spanien plötzlich ausnahmsweise mal Nebensache. Auch der Stolz der katalanischen Metropole kondolierte den Angehörigen und Freunden der Terroropfer vom Donnerstag umgehend: "Der FC Barcelona drückt sein tiefstes Beileid aus", schrieb Barca über den Anschlag, der ins "Herz der Stadt" traf.

Barcelona trägt Trauer. Die Vorfreude auf den Ligastart der Primera Division ist jäh dahin, Fußball ist in Spanien plötzlich ausnahmsweise mal Nebensache. Auch der Stolz der katalanischen Metropole kondolierte den Angehörigen und Freunden der Terroropfer vom Donnerstag umgehend: "Der FC Barcelona drückt sein tiefstes Beileid aus", schrieb Barca über den Anschlag, der ins "Herz der Stadt" traf.

Vor sämtlichen Vereinsgebäuden wehten am Tag danach die blau-roten Klubfahnen auf Halbmast, die Profis um Superstar Lionel Messi hielten am Morgen eine Gedenkminute ab. Schon am Sonntag wird im Camp Nou erneut der Opfer gedacht, wenn der 24-malige Meister ab 20.15 Uhr sein erstes Saisonspiel gegen Betis Sevilla bestreitet. Eine Absage war zu keiner Zeit eine Option.

"Wir werden nicht aufgeben. Wir sind viel mehr, die in Frieden in einer Welt leben wollen, in der Respekt und Toleranz die Basis des Miteinanders sind", schrieb Messi unter dem Eindruck der "furchtbaren Attacke" auf seinem Facebook-Profil. Auch der Argentinier schickte "all meine Unterstützung an die Angehörigen".

Am ehesten helfen können Messi und seine Mitspieler den Betroffenen wohl nur, wenn sie ein bisschen Normalität in den Alltag bringen. Die Hürde Sevilla dürfte trotz der tragischen Ereignisse auf der Flaniermeile La Rambla, trotz der holprigen Vorbereitung und auch trotz des noch immer nicht verpflichteten Ersatzes für den 222-Millionen-Euro-Abgang Neymar übersprungen werden.

Ronaldo, Nadal und Alonso: Solidarität mit den Betroffenen

Für 90 Minuten und mehr kann es vielleicht etwas Ablenkung geben, auch wenn nicht nur der Trauerflor stets an den Schrecken erinnert. Als "Zeichen des Respekts" werde dieser getragen, teilte der Verein unter dem Hashtag #TotsSomBarcelona mit.

Tatsächlich waren am Freitag alle ein bisschen Barcelona, ungeachtet ihrer Herkunft, ihrer Sportart, ihres Aufenthaltsorts oder ihrer Rivalität. "Erschüttert von dem, was in Barcelona passiert ist!", schrieb Tennis-Star Rafael Nadal ebenso auf Twitter wie der Formel-1-Pilot Fernando Alonso, der "große Traurigkeit" in "harten Zeiten" empfand.

Aus Dortmund schickte der ehemalige Barca-Profi Marc Bartra seine Unterstützung "in die Stadt, die ich liebe". Auch Cristiano Ronaldo vom Erzrivalen Real Madrid gedachte der Opfer. "Ich bin bestürzt über die Nachrichten, die aus Barcelona kommen", schrieb der Weltfußballer, er versicherte seine "große Solidarität mit den Familien und Freunden der Opfer".

Pique: "Wir müssen zusammenrücken"

Ronaldo und seine Teamkollegen haben nur zwei Stunden mehr Zeit zur Trauer als die Barca-Rivalen, um 22.15 Uhr gastieren die Königlichen bei Deportivo La Coruna. Auf dem Weg zur 34. Meisterschaft insgesamt und der zweiten nacheinander wird es für das Team um Weltmeister Toni Kroos so richtig ernst aber erst am 20. Dezember, wenn der ewig junge Clasicó gegen Barca ansteht.

Die beiden jüngsten Duelle im spanischen Supercup in diesen Tagen gewannen die Madrilenen überraschend souverän, von der spanischen Presse hagelte es dementsprechend Spott für Barcelona. Und auch die Profis sparten nicht mit Selbstkritik.

"Wir sind derzeit nicht in bester Verfassung", gestand Abwehrspieler Pique, "weder als Team noch als Klub. Wir müssen jetzt so eng wie möglich zusammenrücken." Leider nicht nur des Fußballs wegen.

Bundesliga: Gedenkminuten und Trauerflor

Nach dem spanischen Ligaverband LFP teilte auch die DFL am Freitag mit, vor sämtlichen Partien der ersten und zweiten Bundesliga an diesem Wochenende mit einer Schweigeminute der Terroropfer von Barcelona zu gedenken.

Zudem werden die Vereine mit Trauerflor auftreten. Der deutsche Fußball will somit "seine Verbundenheit mit dem spanischen Volk und insbesondere mit den derzeit 15 Spielern aus Spanien in der Bundesliga und 2. Bundesliga" zum Ausdruck bringen, erklärte die DFL.

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