Primera Division: Lionel Messi: Die größten Spiele des größten Spielers

Titel, Tore, Triumphe, Enttäuschungen, Bestmarken - Lionel Messi ist eine lebende Legende. Anlässlich seines 30. Geburtstags blickt SPOX auf die prägendsten Spiele des fünffachen Weltfußballers zurück.

Titel, Tore, Triumphe, Enttäuschungen, Bestmarken - Lionel Messi ist eine lebende Legende. Anlässlich seines 30. Geburtstags blickt SPOX auf die prägendsten Spiele des fünffachen Weltfußballers zurück.

Seite 1: Das erste Tor - Die erste schlimme Verletzung

1. Mai 2005: FC Barcelona - Albacete 2:0

Das erste Tor

Ein ikonisches Bild, das der Anfang einer Weltkarriere und das erste von über 500 Toren sein soll: Mittelfeld-Genie Ronaldinho vom FC Barcelona nimmt einen 17-jährigen, milchgesichtigen Jungen auf die Schultern und trägt ihn zum Publikum im Camp Nou.

Danach kommen alle Teamkollegen der Blaugrana angerannt, hüpfen, tanzen. Jeder will den Jungen einmal herzen, der soeben sein erstes La-Liga-Tor für Barca erzielt hat: Lionel Messi.

Nur wenige Momente zuvor ist das Toptalent für Samuel Eto'o eingewechselt worden. Wohlverdienter Applaus für den Kameruner, schließlich hat dieser die Hausherren mit seinem 1:0-Führungstreffer gegen Albacete auf die Siegerstraße gebracht.

Diese Szene in der 90. Minute sorgt jedoch dafür, dass Eto'o an diesem Tag nur Nebendarsteller ist. Messi legt 25 Meter vor dem Tor für Ronaldinho ab und sprintet in den freien Raum. Der Brasilianer chippt das Leder mit seiner ganzen Klasse über zwei Verteidiger. Messi geht links in den Sechzehner, sieht, dass Gästekeeper Valbuena etwas zu weit vor dem Tor steht und überlupft ihn wie ein alter Hase.

Der dann folgende Jubel hat wenig von abgezockter Souveränität, sondern mehr von purer Ausgelassenheit.

Zu diesem Zeitpunkt ist er der jüngste Torschütze der Klubgeschichte (später löst ihn Bojan Krkic ab).

Begona Villarrubia von der Mundo Deportivo schreibt am nächsten Tag: "Es gibt keine bessere Krönung für eine Saison, in der er so hart gearbeitet, immer bei der ersten Mannschaft trainiert, aber meist nur in der zweiten Mannschaft gespielt hat."

7. März 2006: FC Barcelona - FC Chelsea 1:1

Die erste schlimme Verletzung

Im Frühjahr 2006 trifft Messi im Champions-League-Achtelfinale auf Chelsea. Und damit erstmals auf Jose Mourinho - seine Nemesis, gegen die ihn ein jahrelanger Torlos-Fluch quälen soll.

Mittlerweile ist La Pulga Stammspieler im Team von Trainer Frank Rijkaard. Seine schnellen Dribblings auf dem Flügel wirken für den Kontrahenten zeitweise arrogant, provokativ.

Bereits im Hinspiel muss er mächtig einstecken. Besonders Asier del Horno hat es auf den Youngster abgesehen, erwischt ihn früh in der Partie heftig am Knie. In der 37. Minute sieht der Spanier die Rote Karte - diesmal für eine Aktion, bei der der Argentinier ausweicht.

Mourinho beschimpft Messi nach der Partie als "Betrüger und Schauspieler". Der Youngster kontert: "Es war von seiner ersten Aktion an klar, dass er nur versucht hat, mich zu verletzen. Ich musste ausweichen, damit nichts Schlimmeres passiert."

Das Rückspiel drei Wochen später endet weniger glimpflich für Messi, denn diesmal passiert "etwas Schlimmes". Im Anschluss an einen Zweikampf mit William Gallas muss er schon nach 25 Minuten unter Tränen verletzt vom Platz.

Rijkaard nimmt seinen Youngster noch in den Arm und versucht ihn zu trösten. Doch es hilft nichts, die Diagnose: Muskelriss, Saisonaus. In der Folge muss von der Tribüne aus zusehen, wie Barca den ersten Europapokaltitel seit 1992 gewinnt.

Seite 2: Der erste Dreierpack - Das Maradona-Solo

10. März 2007: FC Barcelona - Real Madrid 3:3

Der erste Dreierpack

"Messi, Messi, Messi", titelt Mundo Deportivo. Und weiter: "Eines der größten Talente am Fußball-Firmament." ABC bemüht sogar erstmals Vergleiche zum größten argentinischen Kicker aller Zeiten: "Maradona ist zurück!"

Große Worte über einen gerade einmal 19-Jährigen, der erst seine dritte Saison spielt, seine erste als Stammspieler. Doch er hat am Abend zuvor auch Großes geleistet und sein Meisterstück abgeliefert.

Im dritten Clasico seiner Karriere erlebt der flinke Argentinier erstmals, welche Magie von diesem Duell ausgeht. Dreimal liegt Barca im heimischen Camp Nou gegen Real Madrid zurück, durch zwei Treffer von Ruud van Nistelrooy und einen Kopfball von Sergio Ramos. Doch dreimal kommt Barca zurück - und dreimal heißt der Torschütze: Lionel Messi.

Besonders der finale Ausgleich zum 3:3 ist beeindruckend und zeigt, zu welcher Energieleistung die Nummer 19 der Blaugrana fähig ist.

Ronaldinho bekommt das Leder an der linken Seitenauslinie, geht - obwohl eng in die Deckung genommen - zur Mitte und spielt dann einen flachen Vertikalpass 20 Meter vor das Tor. Dort ist Messi gestartet, nimmt den Ball in vollem Tempo mit, geht von links in den Sechzehner und schließt flach unten rechts ab. Der herbeigrätschende Sergio Ramos kommt zu spät, auch San Iker Casillas ist chancenlos.

Messi rennt mit geballter Faust auf die Kurve zu, küsst dreimal das Barca-Wappen auf seiner linken Brust, ehe Sylvinho als erster Gratulant zur Stelle ist und den Dreierpacker in die Arme schließt.

Es ist das bislang dickste Ausrufezeichen in der noch jungen Karriere des Argentiniers - und erstmals feiert ihn die Presse als kommenden Messias und als zweiten Maradona...

18. April 2007: FC Barcelona - FC Getafe 5:2

Das Maradona-Solo

Nur wenige Wochen nach seiner Gala im Clasico gelingt La Pulga das beeindruckendste Tor seiner Karriere. Und es zementiert den ohnehin schon herumschwirrenden Spitznamen: "Diego Armando Messi", nennt ihn El Periodico. El Mundo sieht die Vorahnungen der letzten Wochen bestätigt: "Und er ist doch der neue Maradona!" Sport ist sicher: "Mit diesem Tor geht Messi in die Geschichte ein."

Doch was ist passiert?

Im Halbfinal-Hinspiel der Copa del Rey gegen Getafe bekommt Messi in der 29. Minute den Ball in der eigenen Hälfte in den Fuß. Er zieht Tempo an, lässt auf dem Weg vier (!) Gegenspieler aussteigen wie Fahnenstangen, umkurvt am Fünfereck noch den Torhüter und grätscht aus spitzem Winkel ins Netz. Teamkollege Eto'o hält die Hände vor die Augen, Trainer Rijkaard schüttelt ungläubig den Kopf und klatscht Beifall.

Die Vergleiche zu Maradonas Traumsolo in Argentiniens WM-Viertelfinale 1986 gegen England drängen sich auf. Dessen damaliger Teamkollege Jorge Valdano bewertet Messis Solo jedoch als noch spektakulärer: "Maradona musste während seines Dribblings Pausen einlegen, Messi dagegen wurde immer schneller."

Seite 3: Die Geburt der falschen Neun - Das erste CL-Final-Tor

2. Mai 2009: Real Madrid - FC Barcelona 2:6

Die Geburt der falschen Neun

Der krachende Clasico-Kantersieg der Blaugrana im Estadio Santiago Bernabeu geht nicht nur wegen der sechs Tore in die Geschichte ein (nie zuvor hat eine Auswärtsmannschaft im Clasico sechs Tore erzielt). Nicht nur deswegen, weil Barca an diesem Abend endgültig die Titelhoffnungen der zuvor 17 Spiele in Serie ungeschlagenen Königlichen zerstört.

Es ist auch einer der Höhepunkte der Ära Guardiola und die Neuerfindung von Lionel Messi als "falsche Neun".

Guardiola-Biograph Marti Perarnau beschreibt in seinem Buch ein Gespräch des Trainers mit Messi am Vorabend der Partie: "Leo, morgen in Madrid wirst du wie immer außen anfangen. Auf mein Zeichen lässt du dich hinter die Mittelfeldspieler fallen und bewegst dich zwischen den gegnerischen Ketten."

Tatsächlich orientieren sich Eto'o und Henry auf die Flügel, während Messi den nominellen Mittelstürmer gibt, diese Position aber völlig anders interpretiert als etwa der Kameruner. Er ist freie Radikale, lässt sich häufig in die Tiefe fallen, ist beinahe ein dritter Achter - und verwirrt damit die Hintermannschaft der Königlichen.

Der Plan geht auf: Messi trifft doppelt, bereitet einen weiteren Treffer vor und Barca gewinnt furios mit 6:2.

Für den Argentinier persönlich ist es eine neue Stufe seiner Entwicklung. In zentraler Position, als spielmachende Neun, zeitweise als "Doppel-Zehn" mit Xavi, steigt ab der Saison 2010/11 dauerhaft der Einfluss und die Präsenz von La Pulga. Die Versetzung ist der Grundstein dafür, dass Messi in den folgenden Jahren Tore am Fließband schießt.

27. Mai 2009: Manchester United - FC Barcelona 0:2

Das erste CL-Final-Tor

Das Olimpico in Rom ist für Lionel Messi nicht nur der Ort seines ersten Champions-League-Finals, in dem er aktiv auf dem Platz steht. Es ist auch das erste Aufeinandertreffen von Messi und seinem jahrelangen Konkurrenten um den Status als galaktischster Fußballer der Welt: Cristiano Ronaldo.

Manchester United geht als Favorit in die Partie und hofft, als erste Mannschaft der Geschichte den Henkelpott zu verteidigen.

Doch die Red Devils kommen zu keiner Zeit richtig ins Spiel. Durch das frühe Führungstor von Eto'o sind die Katalanen früh auf der Siegerstraße.

In der 70. Minute schlägt dann Messis Stunde: Xavi sprintet zum rechten Strafraumeck und flankt gefühlvoll an den Fünfer. Dort steht der Argentinier frei, steigt in die Luft, gerät dabei noch etwas in Rücklage, doch schafft er es, den Ball an Edwin van der Sar vorbei zu köpfen. Das 2:0 ist die Entscheidung, Messi ist zum zweiten Mal Champions-League-Sieger, zum ersten Mal als Hauptdarsteller.

Jahre später bezeichnet La Pulga den Treffer noch immer als eines seiner Lieblingstore: "Es war in jederlei Hinsicht ein wichtiges Tor, für die Mannschaft wie für mich. Mit diesem Tor war klar, dass wir das Finale gewinnen werden."

Besonders die Art des Tores macht es so besonders für Messi. Schließlich ist er eher für Sololäufe oder präzise Freistöße bekannt: "Ich hätte nie gedacht, dass ich ein Kopfballtor mache, wenn Rio Ferdinand in der Innenverteidigung spielt." Hat geklappt...

Seite 4: Die One Man Show der "Playstation" - Der größte Barca-Spieler aller Zeiten

6. April 2010: FC Barcelona - FC Arsenal 4:1

Die One Man Show der "Playstation"

Eigentlich ist Arsenal guten Mutes in das Champions-League-Viertelfinal-Rückspiel gegen Barcelona gegangen. Immerhin ist ein 2:2 aus dem Hinspiel keine aussichtslose Situation. Und der Beginn ist mit Nicklas Bendtners Führungstreffer im Camp Nou auch vielversprechend.

Nach 90 Minuten sagt ein konsternierter Arsene Wenger jedoch anerkennend: "Messi ist wie eine Playstation."

Die One Man Show aus Argentinien hat die Gunners im Alleingang in seine Einzelteile zerlegt. Mit vier Treffern zum 4:1-Endergebnis. Und zwar mit vier Treffern, die stellvertretend Messis Variabilität offen legen: ein linker Hammer von der Strafraumgrenze in den Knick, ein Chip mit rechts aus kurzer Distanz, ein Chip mit links nach einem Sprint in den freien Raum und ein satter Flachschuss vom linken Fünfereck durch die Beine von Arsenal-Keeper Almunia.

"Er nutzt jeden noch so kleinen Fehler, den du dir erlaubst, gnadenlos aus", analysiert Wenger hinterher: "Barcelona ist insgesamt eine sehr gute Mannschaft. Aber vor allem haben sie eben Messi, der in jedem Moment des Spiels den Unterschied ausmachen kann."

Am gleichen Abend prophezeit er dem 22-Jährigen: "Er hat sechs oder sieben gute Jahre vor sich. Er kann unglaublich werden. Hoffentlich bleibt er fit."

20. März 2012: FC Barcelona - FC Granada 5:3

Der größte Barca-Spieler aller Zeiten

Gerade einmal 24 Jahre ist Messi alt, als er sich endgültig in den Olymp des FC Barcelona schießt.

Und wieder werden Vergleiche mit einer Spielkonsole bemüht: "Messi ist der einzige Spieler, der im realen Leben besser ist als auf der Playstation", titelt die Mundo Deportivo. Die beste Schlagzeile jedoch liefert Trainer Pep Guardiola: "Michael Jordan hat seinen Sport dominiert. Messi macht dasselbe im Fußball. Es gibt nicht mehr zu sagen."

Die Superlative überschlagen sich in diesen Tagen - und das zu Recht, Messi ist im Jahr 2012 auf dem absoluten Höhepunkt seines Schaffens.

Erst kurz zuvor hat der Argentinier im Hinspiel des Champions-League-Achtelfinals gegen Bayer Leverkusen fünf Tore zu einem vernichtenden 7:1-Sieg beigesteuert. Nun schnürt er beim 5:3-Erfolg in der Liga gegen Granada einen Hattrick. Er erzielt seinen 232. Treffer, überholt Cesar Rodriguez und ist Barcas bester Torschütze aller Zeiten.

Am Ende des Kalenderjahres 2012 hat Messi 91 Tore auf dem Konto - Rekord!

Seite 5: Die größte Niederlage - Der nächste Tiefschlag und die Konsequenzen

13. Juli 2014: Deutschland - Argentinien 1:0 n.V.

Die größte Niederlage

Mit dem Verein hat La Pulga alles erreicht, was es zu erreichen gibt. Individuell hat er ebenfalls schon alle Auszeichnungen abgeräumt, die es abzuräumen gibt. Und dennoch ist er unvollendet. Um endgültig aus dem Schatten von Diego Maradona zu treten, braucht er noch den großen Wurf mit der argentinischen Nationalmannschaft.

Im Land des Erzrivalen Brasilien ist Messi mit der Albiceleste so nah am Weltmeister-Titel wie nie zuvor. Doch einmal mehr verpasst er die Krönung.

Deutschland heißt der Gegner im Finale - und Argentinien hat seine Chancen, das enge Spiel für sich zu entscheiden. Auch Messi selbst ist in der 47. Minute ganz nah dran. Er startet in die Tiefe und kommt aus etwa 13 Metern zum Abschluss, setzt das Leder jedoch haarscharf am rechten Pfosten vorbei. Eine Möglichkeit, die er sich normalerweise nicht entgehen lässt.

Nach 120 Minuten ist Deutschland durch das Tor von Mario Götze Weltmeister und Messis Traum ist geplatzt.

Als der Kapitän bei der Siegerehrung von FIFA-Präsident Sepp Blatter die Silbermedaille umgehängt bekommt, ist er sichtlich geknickt, nimmt sie schon vom Hals, er sich nur einen Schritt entfernt hat.

Anschließend wird er sogar noch als Spieler des Turniers ausgezeichnet. Eine ungewollte, nach den durchwachsenen Performances in der K.o.-Phase auch eine zweifelhafte Ehre. Vor allem aber ein schwacher Trost. Es ist die größte Niederlage in Messis Karriere.

26. Juni 2016: Argentinien - Chile 2:4 n.E.

Der nächste Tiefschlag und die Konsequenzen

Das dritte Jahr, das dritte internationale Finale mit Argentinien. Zwei Jahre nach dem 0:1 gegen Deutschland und ein Jahr nach dem 1:4 n.E. im Copa-America-Finale gegen Gastgeber Chile hat die Albiceleste bei der Copa America Centenario in den USA die Chance, sich bei den Chilenen zu revanchieren.

Für Messi scheint die Zeit reif. Erstmals überhaupt hat er im Nationalmannschaft-Trikot über ein ganzes Turnier hinweg überzeugt, hat das Team als Kapitän geführt und ist mit fünf Toren in vier Spielen mit Leistung vorangegangen.

Im Finale gelingt ihm aber kein Treffer. Wieder steht es nach 120 Minuten 0:0, wieder muss das Elfmeterschießen die Entscheidung herbeiführen. Und im dritten Jahr in Folge verliert Argentinien ein Finale - unter anderem wegen eines verschossenen Elfmeters von Messi.

Für den Ausnahmespieler ist es bereits das vierte verlorene Finale mit der Albiceleste. Es wirkt verflucht. Also zieht Messi Konsequenzen. Nach dem Spiel kündigt er aus der Emotion heraus seinen Rücktritt an: "Die Zeit bei der Nationalmannschaft ist für mich vorbei. Meine Entscheidung steht."

Bereits Anfang August jedoch ist der Rücktritt vom Rücktritt perfekt. Und wenige weitere Wochen später erzielt er seinen 58. Länderspieltreffer und überholt damit Gabriel Batistuta als Rekordtorschütze Argentiniens.

Seite 6: Die Remontada - Das 500. Tor - ausgerechnet im Clasico

8. März 2017: FC Barcelona - Paris Saint-Germain 6:1

Die Remontada

"Barca berührt mit einer historischen Aufholjagd den Himmel", jubelt Sport. "Barca vollbringt seine großartigste Heldentat - Die Welt des Fußballs ist Barca eine Entschuldigung und einen Applaus schuldig", spielt Mundo Deportivo darauf an, dass niemand mehr an die Katalanen geglaubt hat. "Ein Comeback für die Geschichte", nennt es die Marca.

Nach einem 0:4-Debakel im Pariser Prinzenpark hat die ganze Welt den FC Barcelona bereits abgeschrieben. Nicht aber das Publikum im Camp Nou und die Mannschaft selbst. Und tatsächlich dreht der FCB als erstes Team in der Wettbewerbs-Geschichte einen Vier-Tore-Rückstand und zieht am Ende mit einem 6:1 doch noch in das Viertelfinale ein.

Messi ist ausnahmsweise mal nicht der große Protagonist, stattdessen stehen Neymar, der an vier Toren direkt beteiligt ist, und Last-Minute-Torschütze Sergi Roberto im Scheinwerferlicht.

Doch wäre es kein Barca-Spiel ohne einen Messi-Rekord: Sein verwandelter Strafstoß zum zwischenzeitlichen 3:0 ist sein elftes Elfmetertor im Wettbewerb, damit stellt er die Bestmarke von Cristiano Ronaldo ein.

Und am Ende bleibt ein ikonisches Bild hängen: Messi springt auf die Werbebande in die Fotojournalisten und jubelt ausgelassen. Angemessen für den Kapitän des Teams, das gerade eines der größten Fußballwunder der Geschichte vollbracht hat.

23. April 2017: Real Madrid - FC Barcelona 2:3

Das 500. Tor - ausgerechnet im Clasico

Im Santiago Bernabeu zählt für Barca gegen Real Madrid nur ein Sieg. Auch das 2:2, das in der Nachspielzeit des spektakulärsten Clasico seit Jahren noch Bestand hat, ist eigentlich zu wenig für die Blaugrana.

Also übernimmt wieder einmal der Messias selbst den magischen Moment: Sergi Roberto gewinnt den Ball am eigenen Sechzehner und treibt ihn 50 Meter über den Platz und spielt auf den linken Flügel. Dort behält Jordi Alba die Übersicht und legt in den Rückraum, wo Messi angerauscht kommt und das Ding mit der linken Innenseite neben den linken Innenpfosten zu seinem zweiten Treffer des Abends ins Netz setzt. 3:2, Auswärtssieg!

Die Barca-Anhänger rasten völlig aus - und La Pulga sorgt einmal mehr für ein historisches Fotomotiv: Er zieht sein Trikot aus, dreht es um und zeigt die Rückseite in Richtung der Fans: "10 Messi" hat es gemacht. Und zwar nicht mit irgendeinem Treffer, sondern mit seinem 500. Tor für den FC Barcelona. Ausgerechnet im Clasico.

Die Presse bekommt sich kaum ein: "Das größte Spektakel der Welt", nennt es die AS. Sport hebt "Sant Messi" in den Heiligenstand, Mundo Deportivo titelt schlicht "Extasis" - natürlich bebildert mit Messi, der sein Trikot in Richtung Menge hält.

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