Priceline im Kampf gegen Google und Airbnb

Benedikt Kaufmann
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Priceline im Kampf gegen Google und Airbnb

Priceline lieferte für das dritte Quartal gute Zahlen ab, doch der Ausblick auf das vierte Quartal enttäuschte gewaltig. Die starke Konkurrenz von Google und Airbnb setzt dem Reise-Konzern zu. Die Aktie verlor nachbörslich rund zehn Prozent.

Im dritten Quartal verdiente Priceline 35,22 Dollar je Aktie – Analysten setzten die Gewinnerwartungen einen Dollar tiefer an. Auch die Umsätze übertrafen die Erwartungen der Wall Street. Priceline erlöste 4,43 Milliarden Dollar – erwartet wurden 4,43 Milliarden Dollar.

Prognose enttäuscht die Anleger

Die Unternehmensprognose für das laufende vierte Quartal blieb jedoch deutlich hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Priceline erwartet bei den gebuchten Übernachtungen nur ein Wachstum zwischen 8 und 13 Prozent. Analysten rechneten mit einem Ansteig von 15 Prozent. Vergleicht man den prognostizierten Anstieg mit den 31 Prozent Wachstum, die Priceline im vierten Quartal 2016 erreichte, ist die Enttäuschung der Anleger verständlich.

Priceline-Vorstand Glenn Fogel wies in der Analystenkonferenz darauf hin, dass der Reisemarkt sich weiterhin gut entwickeln dürfte. Dass der Reisemarkt sich in naher Zukunft strukturell ändert, könne er sich nicht vorstellen, so Fogel.

Einer der Gründe, weshalb Priceline aktuell Probleme hat, das starke Wachstum aufrecht zu erhalten, sind die starken Konkurrenten. Airbnb und Google können insbesondere auf den wichtigen europäischen und amerikanischen Märkten hinzugewinnen. Ein weiterer Grund sind die Hurrikans, die in der USA und der Karibik in den vergangenen Monaten wüteten. Von diesen beiden Faktoren bleibt auch der große Konkurrent Expedia nicht verschont.

Neue Wachstumsmärkte – neue Chance?

Angesichts der starken westlichen Konkurrenz konzentriert sich Priceline auf neue Wachstumsmärkte. Im September sagte Priceline-Chef Fogel bereits, dass Asien das Schlüsselelement für weiteres Umsatzwachstum sei. Erste Taten folgten im Oktober, als der US-Konzern 450 Millionen Dollar in das chinesische Startup Meituan-Dianping investierte. Das neue Engagement ist weit mehr als ein Hedge der Ctrip-Anteile – Priceline rückt damit aggressiv in den asiatischen Markt vor.

Langfristig könnte das Asien-Geschäft die Wachstumsraten wieder antreiben. Mittelfristig sorgt jedoch nicht nur die Hurrikan-Saison für Gegenwind. Wie sich Priceline angesichts der rasant wachsenden Konkurrenten Google und Airbnb schlägt, ist nicht abzusehen. Noch ist am Markt Platz für alle Teilnehmer – doch insbesondere das finanzstarke Google ist nicht dafür bekannt Konkurrenten Freiräume zu bieten.

Aktuell überwiegen die negativen Faktoren – die Aktie bewegt sich im Abwärtstrend. Anleger behalten den Stopp bei 1.390,00 Euro im Auge.