Nach Price-Aus: Wird er die Überraschung des Turniers?

Alexandra Müller
·Lesedauer: 6 Min.
Nach Price-Aus: Wird er die Überraschung des Turniers?
Nach Price-Aus: Wird er die Überraschung des Turniers?

Die Königsklasse des Darts ist zurück! (1. Spieltag der Darts Premier League am Montag, 5. April ab 19.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM)

Ab Montag kämpfen in der Unibet Premier League of Darts der PDC an insgesamt 17 Spieltagen zehn der besten Darts-Profis der Welt um den prestigeträchtigen Titel. Nur Weltmeister und Turnier-Favorit Gerwyn Price flog kurz vor Turnierbeginn aus dem Wettbewerb, da der "Iceman" bei der Ankunft der Spieler in Milton Keynes positiv auf Covid-19 getestet wurde.

Da im Gegensatz zu den vergangenen zwei Jahren diesmal kein Contender bzw. Challenger ran darf, wird die Ausgabe 2021 mit zehn fixen Startern durchgeführt. Daher wird es diesmal auch keinen deutschen Gaststarter geben - nachvollziehbar, findet Gabriel Clemens.

"Das ist der Pandemie einfach auch geschuldet. Wenn man in Deutschland oder Schottland spielt und einen Contender dabeihat, ist das toll. Ich glaube, das wird wieder eingeführt, wenn wieder Zuschauer erlaubt sind", sagte Deutschlands bester Dartsspieler zu SPORT1.

Für SPORT1 hat Clemens, der ab dem 19. April die Übertragungen als Experte begleiten wird, vor dem Start der Premier League einen Blick auf die Teilnehmer geworfen. (Spielplan und Ergebnisse der Darts Premier League)

Teilnehmercheck von Gabriel Clemens

Glen Durrant: "Nach dem Premier-League-Sieg im vergangenen Jahr hat er sich mit Corona infiziert. Seitdem läuft es nicht ganz rund bei ihm. Bei der Super Series hatte er keine guten Ergebnisse, aber er ist dreimaliger Weltmeister und Premier-League-Sieger. Er ist ein ganz erfahrener Spieler. Ihm ist immer viel zuzutrauen, gerade weil er ein Kämpfer ist. Er kann immer erfolgreich sein." (Service: Alle Infos zur Darts Premier League)

Jose de Sousa: "Er kann zur großen Überraschung werden. Letztes Jahr hat er den Grand Slam gewonnen. Er ist ein unglaublich guter Scorer, vielleicht sogar einer der besten oder der beste auf der Tour. Es wird viel davon abhängen, wie er in den ersten Spielen reinkommt und wie er mit der Situation umgeht, in der Premier League jeden Abend ein Spiel zu haben. Dann kann er sicherlich für eine Überraschung sorgen."

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Dimitri van den Bergh: "Er ist ein fantastischer Spieler, was er auch mit seinem Sieg beim World Matchplay letztes Jahr bewiesen hat. Er fühlt sich pudelwohl, sobald er auf der Bühne steht. Aber er wurde Anfang des Jahres operiert. Es bleibt daher abzuwarten, wie es ihm damit ergeht und ob das Knie schon jetzt dieser Belastung standhält. Bei der Super Series hat er nicht so gute Ergebnisse erzielt, obwohl er eigentlich gut gespielt hat. Für mich ist er immer ein Kandidat, der jeden schlagen kann."

Jonny Clayton: "Er ist von seiner Form vielleicht aktuell der beste Spieler auf der Tour. Er hat bei der Super Series drei Turniere gewonnen, hat ein Masters gewonnen. Seit er letztes Jahr gemeinsam mit Gerwyn Price beim World Cup triumphiert hat, läuft es bei ihm sehr gut. Gerade Anfang des Jahres lief es bei den Super Series und den Fernseh-Turnieren gut. Für mich kann Clayton im Moment zur ganz großen Überraschung des Turniers werden."

Wright-Sticheleien motivieren Van Gerwen

Michael van Gerwen: "Für mich ist van Gerwen eigentlich immer Favorit, wenn es um ein Major-Turnier geht. Er hat vielleicht nicht mehr die Dominanz wie vor zwei oder drei Jahren. Aber das liegt auch daran, dass die anderen Spieler besser geworden sind und aufgeholt haben. Er wird hochmotiviert sein, zumal Peter Wright seit letztem Jahr auch immer wieder gegen ihn stichelt. Anfang des Jahres hat Wright gesagt, van Gerwen gewinne dieses Jahr kein Major-Turnier. Das wird den Niederländer ziemlich motivieren."

Peter Wright: "Er hat das letzte Super-Series-Turnier gewonnen. Das ist schon nicht schlecht, vor der Premier League noch ein Turnier zu gewinnen. Ich glaube, dass ihm die Fans besonders fehlen. Alleine mit seinem Walk-On verbreitet er schon viel Party-Stimmung. Das kann er jetzt natürlich nicht wie gewöhnlich handhaben. Aber wenn ihm ein guter Start in die Premier League gelingt, kann er die Playoffs sicherlich erreichen und dann ist alles möglich."

Anderson muss man auf der Rechnung haben

Rob Cross: "Er hat wirklich kein gutes Jahr 2020 gespielt und auch der Start in das neue Jahr lief holprig. Er hat aber trotzdem Außenseiterchancen. Im Darts kann es sehr schnell gehen, wenn man ein gutes Spiel hat, ein Erfolgserlebnis. Dann kann es wieder laufen und er könnte zu seiner Stärke zurückfinden, so wie 2018, als er Weltmeister wurde. Eigentlich wartet jeder darauf, dass er wieder dahin kommt. Im Moment hat er noch ein paar Probleme aber wir werden sehen, ob es durch diese Premier League, bei der an ein paar Tagen nacheinander gespielt wird, gelingt."

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Gary Anderson: "Ihn muss man immer auf der Rechnung haben. Die Wenigsten hätten wohl auch damit gerechnet, dass er es ins WM-Finale schafft. Er hat vielleicht nicht mehr die Konstanz wie vor zwei bis drei Jahre und hat auch viel mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Aber wenn er fit ist, ist er immer ein Kandidat für die Playoffs."

Nathan Aspinall: "Durch die WM hat er einige Plätze in der Order of Merit verloren. Die WM genauso wie der Saisonstart waren mit Sicherheit enttäuschend für ihn. Er hat von seinem Sponsor neue Darts bekommen, weil er es ohne Zuschauer kälter in der Halle findet. Dadurch fehlt ihm der Grip. Es bleibt abzuwarten, wie er startet. Aber generell ist er ein sehr guter Typ, mit toller Körpersprache und kann in der Premier League weit kommen, wenn ihm ein guter Start gelingt."

Bitteres Premier-League-Aus für Price

Nicht dabei ist Price nach seiner Corona-Erkrankung. Clemens war sich sicher, dass Price "im Normalfall auf jeden Fall den Einzug in die Playoffs schafft". Der Rest sei dann abhängig von der Tagesform und der des Gegners, aber für Clemens war klar, dass Price "mit Sicherheit die Premier League zum ersten Mal gewinnen" kann.

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Daraus wird nun nichts. Da die Premier League in diesem Jahr nicht wie üblich mit nur einem Spieltag pro Woche, sondern direkt zu Beginn mit fünf Spieltagen an fünf aufeinanderfolgenden Tagen ausgetragen wird, würde Price zu viele Matches verpassen.

Für Price rückt UK Open-Sieger James Wade, der in der PDC-Weltrangliste der am nächsthöchsten gerankte Spieler ist, nach. "The Machine" Wade trifft am 1. Spieltag auf den zweimaligen Weltmeister und Publikumsliebling Gary "The Flying Scotsman" Anderson.