Pressestimmen: „Das TV-Duell wirkte wie ein vorgezogenes Koalitionsgespräch“

Die Meinungen über das Kanzlerduell gehen weit auseinander.

Das TV-Duell zwischen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und SPD-Herausforderer Martin Schulz hat ein breites Echo in den Medien gefunden – und wird sehr unterschiedlich kommentiert.

EXPRESS: „Schulz hatte ohnehin schlechte Karten, weil die rhetorisch stark limitierte Kanzlerin ihre Bedingungen für das ungeliebten TV-Schaulaufen voll durchsetzen konnte. Er hielt sich an die Strategie: „angreifen, aber nicht zu aggressiv“. Merkel wich aus, blieb oft im Ungefähren. Typisch Merkel eben. Die Meisterin der Schadensbegrenzung konnte es locker sehen. Ihr reichte 2013 eine Halskette in den Nationalfarben und der Schlusssatz („Sie kennen mich ...“), um Schlimmeres zu verhindern. 

„Münchner Merkur“: „Nach wirklich spannenden Unterschieden in den Politikangeboten von Kanzlerin und Kandidat mussten die Zuschauer des TV-Duells mit der Lupe suchen. Ob ein gefühltes Patt für den Herausforderer aber reicht, um auf den letzten Metern noch so etwas wie Wechselstimmung herbeizuzaubern? Große Zweifel sind erlaubt.“

„Sueddeutsche.de“: „Schulz ist eigentlich der viel bessere Redner. Aber das Eigentlich zählt nicht an so einem Abend; Schulz konnte es nicht zeigen, er kam zu selten in Fahrt, er konnte sich nicht entfalten, er konnte kaum Punkte sammeln, kaum Treffer landen. Merkel gelang das besser, auch deswegen, weil sie von den Moderatoren viel weniger unterbrochen wurde als Schulz. Die Frager behandelten Merkel wie eine Majestät und Schulz wie ihren Domestiken; und Schulz gelang es zu selten, das abzustellen. Er präsentierte sich zu oft im Konjunktiv, ja er war der personalisierte Konjunktiv.“

„faz.net“: „Im Berliner Adlershof, das wird schnell klar, treffen sich kurz vor der Wahl zwei langjährige europäische (Außen-)Politiker, die sich und ihre Positionen aus unzähligen Verhandlungsrunden in- und auswendig kennen – und die den anderen sehr schätzen. Und das Duell, in weiten Teilen ist es eher ein öffentlicher Koalitionsgipfel unter Regierungspartnern als ein heftiger Schlagabtausch zweier Vertreter mit einer unterschiedlichen politischen Agenda.“

„Badische...Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung