Presse: Sevilla von "Gigant" Bayern umgeworfen

Robert Lewandowski (M.) traf in Sevilla ausnahmsweise nicht - durfte aber trotzdem jubeln

Mindestens eine Halbzeit lang schnupperte der FC Sevilla im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League gegen den FC Bayern an einer Überraschung - dann aber wendete sich das Blatt.

Nach zwei äußerst unglücklichen Gegentoren mussten sich die Spanier dem deutschen Rekordmeister vor heimischer Kulisse mit 1:2 geschlagen geben.

Nicht nur deshalb hadern die spanischen Medien am Tag nach dem Spiel mit dem Schicksal der Andalusier - verbreiten aber zugleich Hoffnung für das Rückspiel in München.

SPORT1 zeigt Pressestimmen aus Spanien und Italien zum Duell zwischen Sevilla und Bayern.

SPANIEN

Marca: "Von einem Giganten umgeworfen. Zwei Eigentore Sevillas fällen das Urteil gegen die Andalusier. Der Traum ist noch nicht zu Ende, aber fast. Bayern war in einigen Momenten in der zweiten Halbzeit eine Dampfwalze. Sevilla fehlte das Quäntchen Glück, um einen Riesen wie Bayern zu erlegen. In der Allianz Arena muss mehr als ein Wunder her. Das Eigentor von Navas fiel in einem Moment, in dem Sevilla an sich glaubte. Trotz des Resultats hat Sevilla den Bayern immer wieder die Stirn gezeigt."


as: "Ein muskelbepacktes Bayern im Sanchez Pizjuan. Sevilla war bein- und glücklos. Beide Bayern-Tore resultieren aus Abwehrversuchen von Navas und Escudero. Jetzt muss eine Heldentat in der Allianz Arena her. Einige Minuten sah es nach einer magischen Nacht aus. Dieses Bayern ist viel menschlicher als das des Triples 2013. Bayern stand nach Sarabias Tor gehörig unter Druck. Bayern hatte das Glück, das traditionell auf der Seite der großen Teams ist. Ribery wurde zum Feuerwehrmann der Bayern. Sevilla braucht das gleiche Resultat wie im Old Trafford."

Sport: "Bayern holt mit etwas Glück Sevilla von Wolke sieben herunter. Thiago zerstört Sevillas Traum. Die erste Hälfte gehörte Sevilla, die zweite Bayern. Die zweite Hälfte war eine Vorführung der Bayern von Anfang bis zum Ende. Bayern hat das halbe Ticket für das Halbfinale in der Hand. Sevilla vermisste schwer seinen Denker und Lenker Banega. Der zwangsläufige Wechsel von James für Vidal zahlte sich am Ende aus, Bayern hatte so mehr Spielanteile. Bayern wurde in der ersten Halbzeit vom Offensivgeist Sevillas überrascht."


Mundo Deportivo: "Bayern lässt sich von Sevilla nicht überraschen. Bayern dreht das Spiel nach Sarabias Führungstreffer und ebnet so seinen Weg ins Halbfinale. Sevilla hat von der Heldentat geträumt. Bayern gewinnt mit zwei 'Eigentoren' von Montellas Schützlingen. Sevilla genoss ein historisches Spiel, musste sich aber am Ende der höheren Qualität des deutschen Meisters geschlagen geben. Escudero und Co. haben sich teuer verkauft. Nach dem Führungstreffer kam die deutsche Maschine ins Rollen."

ITALIEN

Gazzetta dello Sport: "Sevilla macht Harakiri, und Bayern profitiert davon. Heynckes lässt sich die Chance des Triples wie bereits im Jahr 2013 offen, als er dann den Fußball verlassen hatte. Heynckes greift wieder zum Rekord, obwohl seine Spieler zumindest eine Halbzeit lang unter Druck geraten waren. Sevilla nutzt mehr seinen Instinkt als den Kopf."


Corriere dello Sport: "Sevilla-Coach Montella stürzt vor den Bayern. Sein Traum, die deutsche Truppe zu besiegen, zerschellt auf unglaubliche Weise. Ein Eigentor von Navas und ein Tor Thiagos ebnen den Bayern den Weg zum Erfolg. Montella hat viel Pech. Nachdem sie in Führung geraten, kontrollieren die Bayern mit der üblichen Souveränität das Spielfeld." 

Tuttosport: "Von der ersten Minute an schien Sevilla keine Angst vor dem Rekordmeister Bayern zu haben. Eine Halbzeit lang spielen die Spanier souverän, doch dann wendet sich das Blatt. Ein Remis wäre das gerechtere Ergebnis gewesen. Sollten die Spanier beim Rückspiel auf diesem Niveau spielen, können sie noch auf das Weiterkommen hoffen."