Presse: "Russland stand am Rande der Apokalypse"

Die russische Presse zeigt sich nach dem Final-Sieg über Deutschland erleichtert

Im Finale der Olympischen Spiele schrammen die deutschen Eishockey-Herren nur haarscharf an Gold vorbei. Bis 55 Sekunden vor dem Ende liegt die Mannschaft von Marco Sturm in Führung, ehe das Team aus Russland die Overtime erzwingt. 

In der Verlängerung kassieren die Deutschen in Unterzahl den entscheidenden Gegentreffer. Die russische Presse ist über den Ausgang des Finales erleichtert, gleiches gilt für die Norweger. SPORT1 zeigt die Pressestimmen zum Eishockey-Finale.

Russland

Agentur R-Sport: "Das Wunder auf dem Eis: Die russische Sbornaja kratzt den Deutschen das Olympia-Gold weg. Nur mit großen Problemen hat die Rote Maschine die Deutschen in der Verlängerung überwunden."


Komsomolskaja Prawda: "Es ist geschafft! Erstmals seit 26 Jahren ist die russische Sbornaja wieder Olympiasieger im Eishockey. In einem unglaublich dramatischen Finale haben wir Deutschland 4:3 besiegt. Aber dafür war eine Verlängerung notwendig. Und das entscheidende Tor schoß der junge Kirill Kaprisow."

Sport-Express: "Russland hat nach Hockey-Maßstäben eine ganze Ewigkeit auf Olympia-Gold gewartet - 26 Jahre. Und nun ist der Moment da. Den Titel nach einem verrückten Match zu bekommen, in dem unsere Mannschaft wenige Minuten vor Ende des letzten Drittels am Rande der Apokalypse stand - ist das nicht eine Fantasie, die vor den Augen der ganzen Welt Realität geworden ist?"

Norwegen

Aftenposten: "Deutschland fehlen 56 Sekunden zur großen Olympia-Sensation. Russland gewinnt das Olympische Finale im Eishockey. Dies macht Norwegen zur besten Nation der Olympischen Spiele. Es ist eigentlich eine gute Nachricht für Norwegen. Deutschland hatte 14 olympische Goldmedaillen, eine mehr als Norwegen. Wenn sie Gold gewonnen hätten, wären sie uneinholbar im Medaillenspiegel gewesen."


USA:

USA Today: Trainer Marco Sturm, der Deutschland zur ersten Medaille seit 42 Jahren geführt hat, dürfte nun auf dem Radar vieler NHL-Teams sein. Die einzige Frage ist, ob er als Assistent oder gleich als Cheftrainer anfangen kann.

Kanada:

CBC: Die Russen haben ihre ganze Geschicklichkeit gebraucht, um gegen disziplinierte und zielorientiert Deutsche - die ausschließlich Spieler aus der heimischen Liga im Kader hatten - zu bestehen.

Toronto Star: Als im Olympischen Finale nur noch vier Minuten zu spielen waren, lag Deutschland in Führung. Ja, Deutschland! Spieler aus einer europäischen Liga, die in Sotschi nicht dabei waren und die sich auch für dieses Turnier erst in letzter Sekunde qualifiziert haben. Dann waren es nur noch drei Minuten bis zum Wunder, nur noch zwei, nur noch eine. Und dann haben wir herausgefunden, wie schwer ein Wunder sein kann.