Premier League: Mohamed Salah beim FC Liverpool in Topform: Die Gute-Laune-Garantie für Klopp

Mohamed Salah erlebt beim FC Liverpool eine bislang herausragende Saison und wurde kürzlich zu Afrikas Fußballer des Jahres gewählt. Was macht den Ägypter in diesem Jahr so stark?

Mohamed Salah erlebt beim FC Liverpool eine bislang herausragende Saison und wurde kürzlich zu Afrikas Fußballer des Jahres gewählt. Was macht den Ägypter in diesem Jahr so stark?

Nach dem Merseyside-Derby hatte Jürgen Klopp nicht viel zu lachen. Die Mundwinkel des Liverpool-Trainers näherten sich vor dem Abpfiff Sekunde für Sekunde seinen Knien, letztlich entlud sich die ganze Wut in einem viel zitierten Interview bei Sky Sports. Doch wenige Tage später konnte Klopp schon wieder lachen.

"Ich bin sehr glücklich", sagte er der BBC und hatte dafür einen guten Grund. Mo Salah war gerade zu Afrikas Fußballer des Jahres gewählt worden. Der 25-Jährige zauberte damit wieder den gut gelaunten Kloppo hervor: "Ich hatte die Möglichkeit, mit einigen herausragenden Spielern zu arbeiten und Mo ist einer von ihnen."

Herausragend ist das richtige Wort, um die Leistungen von Salah in den letzten Monaten zu beschreiben. Er ragt aus der Nationalmannschaft heraus und er ragt auch bei den Reds heraus. 19 Tore zählt er nach 24 Spielen, davon entfielen satte 13 Treffer auf 16 Spiele in der Premier League.

Hazard trauert Salah hinterher

Salahs zweite Zeit auf der Insel ist bislang ein voller Erfolg. Der Offensivspieler versuchte sich von Januar 2014 bis Februar 2015 bereits einmal in der Premier League, scheiterte allerdings beim FC Chelsea. Per Leihe ging es erst zum AC Florenz und schließlich zum AS Rom, der sich seine Dienste schließlich fest sicherte.

Im Sommer 2017 sah Klopp in Salah einen Schlüsselspieler für seine Planungen und holte den Ägypter zurück auf die Insel. 42 Millionen Euro ließen sich die Reds den schnellen Flügelspieler kosten und gingen damit durchaus ins Risiko. Ihr Mut wurde belohnt, denn bislang ist Salah einer der besten Spieler der Saison.

"Er ist ein top, top, top Spieler. Bei Chelsea hat er seine Chance nicht bekommen. Aber innerhalb der Mannschaft wissen wir, über welche Qualität er verfügt", ärgerte sich Chelseas Eden Hazard kürzlich darüber, dass sein ehemaliger Mitspieler inzwischen das falsche Trikot trägt.

Salah ist kein Suarez

Tatsächlich würden den in der laufenden Saison so offensivschwachen Blues ein Salah in Hochform gut tun. Für die Reds ist der Offensivspieler ein essenzieller Baustein und wird inzwischen mit Luis Suarez verglichen. Diese Gegenüberstellung wird dem Ägypter allerdings nicht gerecht.

Auf den ersten Blick sind Parallelen zwischen Suarez und Salah zu erkennen, diese beschränken sich aber größtenteils auf den Anfangsbuchstaben des Nachnamens und die allgemeine Wichtigkeit für das Team. Salah ist ein gänzlich anderer Spielertyp als der heutige Stürmer des FC Barcelona.

Salah besticht besonders mit einer exzellenten Beschleunigung, die bereits ausreicht, um viele Gegenspieler hinter sich zu lassen. Was den Spieler aber so besonders macht, ist seine letztliche Anpassung an die neuen Herausforderungen, die ihm gestellt werden.

Salah stark mit Gegner im Rücken

Dadurch, dass die Schnelligkeit von Salah inzwischen weit bekannt ist, ergeben sich für den Flügelspieler weniger Räume hinter dem gegnerischen Außenverteidiger. Der FC Chelsea versuchte Ende November ganz konsequent stets einen Spieler im Rücken von Salah zu haben, um das Aufdrehen zu verhindern und ihn kein Tempo aufnehmen zu lassen.

Der Mann vom FC Liverpool wusste aber, sich darauf einzustellen. Salah ist nicht nur schnell, sondern auch insgesamt körperlich stabil. Dementsprechend vermochte er es, nach Ballannahme mit Rücken zum Gegner das Spielgerät abzuschirmen, auf seinen linken Fuß zu legen und von dort aus weiterzureichen.

Somit blieb sein Beitrag zum Offensivspiel lange gering, Salah fand aber doch immer wieder Lösungen, den Ball zu schützen und sich letztlich von seinem Gegenspieler loszuwinden. Im Eins gegen Eins mit Gegner im Rücken ist der Ägypter enorm wichtig - und das nicht als Mittelstürmer sondern als Flügelspieler.

Die Gerüchte um Real Madrid

Echte Gefahr strahlt er aber ganz besonders aus, wenn er ins Laufen kommt. Dann zieht Salah gerne von rechts nach innen und sucht den Abschluss mit dem linken Fuß. Gewissermaßen kommen hier Komponenten von Robert Lewandowski und Arjen Robben zusammen und das passt wunderbar zum Spiel von Jürgen Klopp.

Glaubt man aktuellen Gerüchten, könnte dieser Fußball nicht nur gut zu Klopp passen. Unter anderem wurde Salah in den letzten Wochen mit Real Madrid in Verbindung gebracht. Ob wahr oder ausgedacht, das Gerücht alleine zeigt schon, welche Wertschätzung sich der 25-Jährige in seinem zweiten Jahr in England erarbeitet hat.

Salah ist auch in der öffentlichen Wahrnehmung angekommen, das liegt aber ganz besonders an seiner hervorragenden Torquote. Er ist sicherlich nicht der technisch feinste oder kreativste Spieler im Kader, steht aber in dieser Saison für eine brutale Effizienz. Er sucht den Weg in den Strafraum und profitiert dabei von der fallenden Rolle von Roberto Firmino, der die entsprechenden Räume öffnet.

Salah im Trio der Beste

Das mag die Antwort dazu sein, weshalb Salah bei Chelsea weniger gut funktionierte. Die gute Form des Ägypters ist sicherlich auch mit ein Teamprodukt - gleiches gilt für Sadio Mane auf der linken Seite. Beide Flügelspieler sind gut in das Spiel von Klopp eingegliedert und können ihre Qualitäten ausspielen.

Mit dem starken Fuß innen ziehen sie in den Strafraum und erhalten dort den Ball vom ins Mittelfeld zurückgefallenen Firmino oder werden außen angespielt und dribbeln dann nach innen, während der Außenverteidiger überläuft. Dieses Trio ist enorm wichtig für die Reds: Salah (13), Firmino (5) und Mane (4) haben 65 Prozent der Liga-Treffer erzielt.

Doch Salah vermag es in der laufenden Saison auch, aus diesem Trio herauszustechen. Seine Qualitäten in Kombination mit der taktischen Herangehensweise des Teams und einem bärenstarken Lauf machen ihn zu einem der besten Spieler der aktuellen Premier-League-Saison - und damit auch Klopp glücklich.

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