Premier League: Dani Alves vor Wechsel zu Manchester City: Idiot (m/34) sucht Pep

Nach einer überragenden Saison mit Juventus Turin steht Dani Alves vor einem Wechsel zu Manchester City . Mit Trainer Pep Guardiola arbeitete er einst schon beim FC Barcelona hervorragend zusammen, nun steht eine Wiedervereinigung des Taktik-Tüftlers mit dem trotzigen Allrounder bevor.

Nach einer überragenden Saison mit Juventus Turin steht Dani Alves vor einem Wechsel zu Manchester City. Mit Trainer Pep Guardiola arbeitete er einst schon beim FC Barcelona hervorragend zusammen, nun steht eine Wiedervereinigung des Taktik-Tüftlers mit dem trotzigen Allrounder bevor.

"Dani Alves ist ein Idiot", hat Diego Armando Maradona neulich (im Rahmen eines öffentlichen Verbal-Duells mit dem Brasilianer) gesagt. Das ist zwar schon sehr gemein, fällt aber wohl noch unter die Kategorie der freien Meinungsäußerung. Was Maradona dann aber nachlegte, war ein klarer Fall von Falschaussage: "Dani Alves spielt 28 Pässe und nur vier davon kommen an. Er redet groß, weil er auf einer Position spielt, auf der man keinen Fußball spielt. Rechtsverteidiger berühren den Ball dreimal pro Spiel und begehen acht Fouls."

Material zum Kontern gäbe es für Dani Alves nun natürlich reichlich, falls ihm nach Kontern sein sollte. Da wären zum Beispiel die Statistiken, die aus seinen wettbewerbsübergreifend 33 Saisonspielen für Juventus Turin in der vergangenen Saison herauszulesen sind: Dani Alves war im Schnitt 99 Mal pro Spiel am Ball, hat zwei Fouls begangenen und 70 Pässe gespielt, 86 Prozent davon kamen an. Das sind nicht nur marginal bessere Werte, als die, mit denen er von Maradona beschmutzt wurde. Das sind durchaus überragende Werte.

Und was Dani Alves außerdem noch einwenden könnte gegen die Aussagen von Maradona: Er ist doch nicht nur Rechtsverteidiger, wie ihm unterstellt wird! Nein, er ist viel mehr als das! Zum Beispiel ist Dani Alves auch rechter Flügelstürmer, Flankenschläger und eiskalter Finisher. Er ist Offensivmotor und Defensivrackerer. Und Führungsspieler. Er ist einer, der mitreißt.

Routinierter Lobempfänger

In der abgelaufenen Saison stürmte Juventus zum nationalen Double und ins Finale der Champions League und Dani Alves war dabei einer der Besten. "Er ist ein Siegertyp, ein Mensch mit einem großen Willen und Enthusiasmus", lobte sein Trainer Massimilano Allegri. Für den Brasilianer ist es nicht neu, mit Lob überschüttet zu werden, eher schon Routine. Ein Ex-Trainer von ihm sagte mal: "Dani Alves ist unersetzlich für uns." Es war Pep Guardiola - und womöglich darf er das "uns" bald wieder sagen.

Dani Alves steht offenbar kurz vor einem Wechsel zu Guardiolas aktuellem Klub Manchester City. In einem Video, das Juventus-Stürmer Gonzalo Higuain am Samstag bei twitter erst postete und dann wieder löschte, sollen sich die beiden Kollegen schon voneinander verabschiedet haben. Als es von italienischen Medien aufgegriffen wurde, antwortete Dani Alves rüde: "Verbreitet keinen Scheiß."

Verbreitet wurde jedenfalls, dass eine mündliche Vereinbarung zwischen Dani Alves und City bestehe. Den Juventus-Bossen soll Dani Alves seine Entscheidung bereits mitgeteilt haben. In einigen Medien kursieren auch schon angebliche Vertrags-Details: Sechs Millionen Euro Ablöse, fünf Millionen Euro Jahresgehalt, zwei Jahre Vertragslaufzeit.

Bisschen Trotz, bisschen Schadenfreude

Die Vertragslaufzeit und das damit entgegengebrachte Vertrauen scheinen für den 34-Jährigen eine große Rolle zu spielen. Sein Kontrakt bei Juventus läuft zwar noch bis 2018, aber offenbar machte der Klub noch keine Anstalten, Dani Alves eine längerfristige Perspektive zu bieten. Und jetzt reicht es ihm eben. Wie 2016, als er mit dem FC Barcelona abschloss und dann ablösefrei zu Juventus wechselte.

Dani Alves wurde damals in Barcelona öffentlich hinterfragt und fast ein bisschen trotzig sagte er: "Ich mag das Gefühl, gebraucht zu werden. Wenn mich jemand nicht mehr will, dann gehe ich eben." Und er ging eben. "Es wird schwierig, einen würdigen Nachfolger für ihn zu finden", klagte Lionel Messi, der jahrelang mit ihm kombinierte, damals und er sollte Recht behalten.

Wirklich zufriedenstellend wurde die Position rechts hinten bei Barcelona seit seinem Abgang nicht mehr besetzt und irgendwie freut das den ein bisschen trotzigen Dani Alves schon ein bisschen. Er fühlt sich bestätigt - erst Recht, als er Barcelona mit Juventus im Viertelfinale aus der Champions League warf. "Ich bin sicher, sie vermissen mich dort", sagte Dani Alves und meinte mit "dort" natürlich die Stadt Barcelona. Bald ist "dort" aber für ihn wohl auch Turin.

34 Jahre ist Dani Alves mittlerweile alt und damit fühlt er sich offenbar reif genug. Reif für die Insel. "Wenn man nach England wechselt, muss man wissen wie man gut verteidigt", sagte er neulich. Nun scheint er für sich beschlossen zu haben, dass er es jetzt weiß. Schon im vergangenen Sommer habe er viele Angebote aus der Premier League gehabt, erzählte Dani Alves, sie aber alle abgelehnt.

Platz geschaffen, Wunsch erfüllt

Ob Manchester City damals unter den Interessenten war, ist fraglich. Mit Bacary Sagna, Gael Clichy und Pablo Zabaleta beschäftigten die Skyblues in der vergangenen Saison drei etwas betagtere Außenverteidiger, deren Verträge in diesem Sommer allesamt auslaufen - und nicht verlängert werden. Sie verlassen den Klub und schaffen Platz für Neue. Platz für einen Lieblingsspieler von Pep. Platz für Dani Alves.

Gemeinsam gewannen Dani Alves und Pep Guardiola einst drei spanische Meisterstitel und zwei Mal die Champions League. Ein Spieler und ein Trainer, die sich verstehen. In einer Kolumne wurde Dani Alves neulich aufgefordert, ein paar Worte über Guardiola zu schreiben. Und er schrieb das: "Wenn man das Wort 'Computer' rückwärts liest, steht da 'Steve Jobs'. Wenn man das Wort 'Fußball' rückwärts liest, steht da 'Pep'. Er ist ein Genie. Ich wiederhole es gerne: ein Genie."

Außerdem ist Guardiola bekanntlich ein Taktik-Tüftler, der Flexibilität schätzt, und Dani Alves ist ein Spieler, der dieses Wort mit Leben füllt. Jahrelang überzeugte er bei Barcelona als Rechtsverteidiger in einer Viererkette und tat das auch in der Serie A mit Juventus. Im 3-4-2-1, das Allegri in der Champions League praktizieren ließ, bearbeitete Dani Alves gleich die ganze rechte Seite - von hinten bis vorne, von vorne bis hinten.

Dani Alves bewies dabei Variabilität. Mal flankte er präzise in die Mitte und bediente so den zentralen Stürmer. Mal zog er selbst Richtung Tor und schloss ab. Sechs Treffer und sieben Assists verzeichnete er in der vergangenen Saison wettbewerbsübergreifend. Guardiola wird es gefallen haben und er wird hellhörig geworden sein, als Dani Alves kürzlich sagte: "Ich hoffe, dass ich eines Tages in England spielen werde." Trifft sich gut.

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