Premier Boris Johnson übersteht Misstrauensvotum seiner eigenen Partei

Der britische Premierminister Boris Johnson hat das Misstrauensvotum seiner Tory-Partei knapp überstanden.

148 Abgeordnete aus den eigenen Reihen stimmten gegen ihn - mehr, als gegen die frühere Regierungschefin Theresa May. Diese war fünf Monate nach dem Misstrauensvotum gegen sie zurückgetreten.

Hintergrund ist die Partygate-Affäre - die in der Downing Street während des Corona-Lockdowns gefeierten Partys, bei denen auch Johnson anwesend war.

Hätte eine Mehrheit der 359 konservativen Abgeordneten gegen Johnson gestimmt, wäre er sein Amt als Parteichef los gewesen und gezwungen, seinen Rückzug als Premier bekannt zu geben.

Erst am Montagmorgen war bekannt geworden, dass die notwendige Anzahl an Briefen von Tory-Abgeordneten für ein Misstrauensvotum - also mindestens 54 - eingegangen sei - offenbar bewusst nach den Jubiläumsfeierlichkeiten zu Ehren der Queen.

Johnson steht innenpolitisch stark unter Druck, seit im Winter Stück für Stück ans Licht kam, dass in seinem Amtssitz in der Londoner Downing Street exzessive Partys gefeiert wurden, während der Rest der Briten lange Lockdowns absaß und sich nicht von sterbenden Angehörigen verabschieden konnte.

Immer wieder forderten Parteikollegen öffentlich, Johnson, der die Feierkultur duldete und teilweise sogar mitmachte, solle zurücktreten. Allerdings erreichte die Zahl der Kritiker bislang nie die notwendige Schwelle, um das Misstrauensvotum auszulösen - auch dann nicht, als Johnson für die Teilnahme an einer der Partys ein Strafgeld zahlen musste und damit zum ersten amtierenden Premier wurde, der erwiesenermaßen gegen das Gesetz verstoßen hat.

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