Preissteigerungen im jüngsten Euroland. Ist die neue Währung schuld?

Wie überall in Europa wird es wegen der anhaltenden Inflation auch in Kroatien immer schwieriger, den Einkaufskorb zu füllen.

Nun ist dort allerdings seit Jahresbeginn der Euro die neue Währung, und, wie es überall der Fall war, wächst nun auch hier der Verdacht, dass die Einheitswährung schuld an der Verteuerung ist.

Auf den Märkten und in den Läden gehen die Meinungen auseinander.

Eine Obst- und Gemüsehändlerin meint:

"Das Gesetz des Marktes ist Angebot und Nachfrage, und das war's. Steht es im Gesetz, dass man den Preis nicht erhöhen darf? Und jetzt wollen sie es mit dem Euro vertuschen, aber es ist nicht die Schuld des Euro, es sind andere Dinge schuld."

Ihre Kundin sieht die neue Währung ebenfalls nbicht als das Hauptproblem:

"Wer auch immer den Preis deswegen erhöht hat, sollte das wieder rückgangig machen. Es ist nicht richtig, weil es sowieso eine Katastrophe ist mit den Preisen."

Ladenbesitzer räumen ein, dass es Änderungen gegeben hat, allerdings wegen des Wechselkurses mit der alten Währung, der Kuna, so auch dieser Sportwarenhändler:

"Wir haben die Preise gerundet, manches nach oben, anderes nach unten. Aber es ist halt für die Leute immer noch etwas schwierig, mit dem Euro umzugehen".

Der Präsident der kroatischen Handels- und Handwerkskammer, Dalibor Kratohvil, findet Preiserhöhungen in Ordnung, solange sie gerechtfertigt sind:

"Viele haben einen triftigen Grund, warum sie die Preise erhöht haben. Wenn sie sich aber nicht an das Gesetz gehalten haben, sondern die Preise exzessiv aufgerundet haben, dann ist das etwas anderes."

Jetzt kontrollieren staatliche Inspektoren Geschäfte und Märkte im ganzen Land und fahnden nach Aufrundungsmissbräuchen. In den ersten neun Tagen des Neuen Jahres wurden bisher nur zwei Bußgelder verhängt.

Kroatien verzeichnete im November eine Inflation von 13,5 Prozent - deutlich höher als der Eurozonendurchschnitt von 10 Prozent.