#PrayForBarcelona: Neymar und die Ligue 1 gedenken der Terroropfer

Der Brasilianer begeisterte Frankreich mit seinem Heimdebüt. Es war ein emotionaler Abend für ihn, weil er auch an sein Ex-Karriereziel dachte.

Es war eine Woche voller Emotionen für Neymar - sowohl positive als auch negative.

Zunächst war die Stimmung ganz weit unten nach dem Terroranschlag in Barcelona. Der 25-Jährige hat die katalonische Hauptstadt zwar gerade verlassen, um sich Paris Saint-Germain anzuschließen, doch es ist klar, dass Barcelona für den Brasilianer immer etwas ganz Besonderes bleiben wird. Wenig überraschend postete Neymar eine emotionale Botschaft auf Instagram zum Anschlag, der am Donnerstag auf Las Ramblas verübt worden war.

"Auf dass sich Gott um all die Familien kümmert", schrieb er. "#PrayForBarcelona. Ich liebe Dich, BARCELONA", fügte er hinzu.

Unterstrichen wurden Neymars Gefühle noch einmal durch die Tatsache, dass er vor dem Heimspiel von PSG am Sonntag gegen Toulouse, seinem ersten Auftritt vor eigenem Publikum, weinen musste.

Auf dem Platz hätte es danach allerdings für den 222-Millionen-Euro-Neuzugang kaum besser laufen können. Neymar lieferte eine Weltklasse-Leistung ab. Nachdem sein Team in Rückstand geraten war, sorgte er für die Wende, indem er zunächst für den verdienten Ausgleich sorgte.

Bei seinem Jubel erinnerte er an Blaise Matuidi, eine PSG-Legende, die gerade an Juventus verkauft wurde, indem er dessen ‘Charo’-Tanz nachmachte. Es war eine Geste, die beim Heimpublikum überaus gut ankam. Nach dem Spiel postete er ein Foto dieser Szene bei Instagram und taggte den Mittelfeldspieler, der auf der Tribüne saß.

Alle Zweifel, die vielleicht noch bei den PSG-Fans bezüglich des teuren Neuzugangs bestanden, waren beim Schlusspfiff beseitigt, denn Neymar war der Hauptdarsteller des Abends. Er erzielte zwei Tore, lieferte zwei Vorlagen und holte einen Elfmeter heraus, den Edinson Cavani verwertete.

Es war eine der besten Vorstellungen, die jemals im Parc des Princes gezeigt wurden. Schon jetzt ist klar, dass sie Neymar in Paris gut eingelebt hat - was auch an der Unterstützung der anderen Brasilianer im PSG-Kader liegen mag. Einer dieser Brasilianer ist Lucas Moura, der am Wochenende wegen einer Verletzung nicht mitspielen konnte.

Zu Beginn der Woche hatte das Duo Zeit miteinander verbracht, woraufhin Neymar in Richtung seines Landsmannes postete: "Echte Freunde sind unzertrennlich", schrieb er. "Selbst wenn man nicht zusammen ist, ändert sich gar nichts", ergänzte er.

Neymar bedeutet sein Heimatland Brasilien sehr viel. Nach dem Trauerspiel bei der WM 2014 war dem Angreifer das Comeback bei den Olympischen Spielen in Rio zwei Jahre später enorm wichtig, als das Team die Goldmedaille holte.

Es war der einzige wichtige Titel, den die Selecao zuvor noch nicht gewonnen hatte. Deshalb feierten die Brasilianer den Triumph überschwänglich - und Neymar blickte nun am ersten Jahrestag des Titelgewinns auf Instagram zurück, bevor er sich ganz dem PSG-Spiel am Sonntag widmete.

Neymar erinnerte sich an den 5:4-Sieg nach Elfmeterschießen gegen Deutschland, das der Selecao zwei Jahre zuvor eine der bittersten Niederlagen aller Zeiten zugefügt hatte. Er postete: "20.08.2016 ... . Damals hatte ich gemischte Gefühle. Ich wollte schreien, springen, rennen, meine Teamkollegen umarmen. Leute, die ich liebe, Leute, die ich überhaupt nicht kenne. Ich wollte das alles machen, aber ich konnte nur weinen. Vielen Dank, lieber Gott, dass Du unsere Tränen in Freude verwandelt hast."

Vielleicht legte er sich genau deshalb im Parc des Princes auch dermaßen ins Zeug. Für den Gegner war er einfach nicht greifbar. Und das kam für einen Guingamp-Spieler nicht gerade überraschend, denn der hatte Neymar schon eine Woche zuvor in der Ligue 1 gegenübergestanden.

“Hab ich dir doch gesagt”, twitterte Lucas Deaux, der den unschönen Auftrag hatte, eine Woche zuvor gegen den Brasilianer zu spielen. Nasch dem Spiel hatte er den Journalisten gesagt: "Viel Glück für die anderen Mannschaften der Liga."

Wenn es nach den ersten beiden Auftritten Neymars in der Ligue 1 geht, dann benötigen die anderen Mannschaften wirklich viel Glück. Beim Throwback Thursday erinnerte Neymar dann an ein Video mit Gabriel Jesus. Und das zeigte ganz klar, dass es besser für alle Beteiligten war, dass Neymar ein Fußballer und kein Sänger geworden ist!