Prügelnder Bodygard Alexandre Benalla (26): Macron im Kreuzfeuer der Kritik

Frankreichs Präsident hat das Verhalten seines Sicherheitsberaters vom 1. Mai hinter verschlossenen Türen als "inakzeptabel" und "schockierend" bezeichnet. Offiziell hat sich Emmanuel Macron noch nicht geäußert. Das beklagt die französische Presse an diesem Montag. Die linksliberale "Libération" meint, Macron sei "ohne Worte", 

Innenminister Gérard Collomb muss den Abgeordneten jetzt im Parlament Rede und Antwort stehen.

Alexandre Benalla - Macrons jetzt entlassener Bodyguard - der auf einem Video zu sehen ist, wie er einen schon auf dem Boden liegenden Demonstranten zusammenschlägt - wurde am Sonntag offiziell angeklagt.

Der 26-Jährige hatte laut französischen Medien etwa 10.000 Euro pro Monat verdient. Er hatte auch eine Dienstwohnung Quai Branly, wo zuvor die in ihrer Jugend geheimgehaltene Tochter von Ex-Präsident Francois Mitterrand gewohnt haben soll.

Die Zeitung "Le Monde" hatte das Video publik gemacht, auf dem Benalla mit einem Polizeihelm auf dem Kopf auf einen Demonstranten einschlägt. Das Blatt schreibt inzwischen von "Alexandres Bande", die Macron aus dem Wahlkampf in den Elysee-Palast gefolgt sei.

Die Opposition wirft Emmanuel Macron vor, dass er sich als vorbildlicher Präsident ausgebe, aber mit einem engen Kreis von Mitarbeitern regiere.

Inzwischen sind neben Benalla der ebenfalls auf dem Video zu sehende Vincent Crase sowie drei hohe Polizeibeamte wegen des Vorfalls von ihren Posten suspendiert und angeklagt. Offenbar hatten sie auch das Video an Alexandre Benalla weitergegeben.