Nach Präsident von Honduras erklärt sich auch Oppositionskandidat zum Wahlsieger

Oppositionskandidat Salvador Nasralla

Nach der Präsidentschaftswahl in Honduras hat der Oppositionskandidat Salvador Nasralla einen Sieg von Amtsinhaber Juan Orlando Hernández in Abrede gestellt und sich selbst zum Sieger erklärt. "Da sich die Tendenz nicht ändert, kann ich Euch sagen, dass ich der neue Präsident von Honduras bin", sagte Nasrallah in der Nacht zu Montag (Ortszeit) vor seinen Anhängern in der honduranischen Hauptstadt Tegucigalpa.

Er liege bei den Wahlergebnissen vorn und könne nicht mehr eingeholt werden, fügte der ehemalige Fernsehmoderator hinzu. Wenige Stunden vor Nasralla hatte Hernández sich zum Wahlsieger erklärt. Die Auszählung sei "klar und indiskutabel", sagte der 49-Jährige vor Anhängern seiner Nationalen Partei. "Wir haben die Wahl gewonnen."

Der seit 2013 amtierende Hernández hatte erneut kandidiert, obwohl die Verfassung eine zweite Amtszeit verbietet. Doch ermöglichte der Oberste Gerichtshof des zentralamerikanischen Landes in einer umstrittenen Entscheidung eine neuerliche Kandidatur. Die Opposition hatte vor Wahlbetrug gewarnt. Nasralla und ein weiterer Oppositionskandidat, Luis Zelaya, hatten angekündigt, eine Wiederwahl von Hernández nicht zu akzeptieren.

Honduras zählt zu den ärmsten und gefährlichsten Ländern Lateinamerikas. Seit einem Militärputsch im Jahr 2009 gegen den damaligen Präsidenten Manuel Zelaya wegen seines Versuchs, die Verfassung zugunsten einer zweiten Amtszeit ändern zu lassen, wurden zudem hunderte Bürgerrechtsaktivisten getötet.