Powerranking zum Viertelfinale: Verkehrte Welt macht England und Brasilien groß

Die WM 2018 in Russland hat das Viertelfinale erreicht und einige der großen Teams sind bereits ausgeschieden. Vor der ersten Partie am Freitag (16 Uhr) wirft Yahoo Sport einen Blick auf die verbliebenen Teams – und stellt fest: England hat herausragende Chancen.

Harry Kane und England haben gute Karten für den Einzug ins Finale. (Bild: Getty Images)

 

Platz 8: Uruguay

Uruguay setzte sich in der schwachen Gruppe A souverän durch und konnte im Achtelfinale die Portugiesen ausschalten. Das verdankte das Team vor allem Torjäger Edinson Cavani – und nun bangt ein ganzes Land ausgerechnet um den Leistungsträger. Ein Einsatz gegen Frankreich ist fraglich, es wäre ein herber Schlag für die zweifachen Weltmeister. Wenn nicht sogar der Entscheidende.

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Platz 7: Russland

Wer Spanien schlägt, muss automatisch zu den Favoriten gehören? Ganz so einfach ist es leider nicht. Russland wurde in Gruppe A klar von Uruguay geschlagen und war auch gegen die Spanier im Achtelfinale bei weitem nicht die bessere Mannschaft. Gegen die nach dem Trainerwechsel kraftlosen Iberer gelang ein Zitter-Sieg im Elfmeterschießen. Das reicht nicht – zumal Russland auf Kroatien trifft.

Platz 6: Schweden

Die Schweden spielen ohne Zlatan Ibrahimovic und stehen doch im Viertelfinale. Das wurde möglich durch zwei Faktoren: Irre Hingabe, wie Kapitän Granqvist unter Beweis stellen wird, wenn er für das Viertelfinale die Geburt seines Kindes verpasst, und zugleich auch ein bislang einfacher Weg. Die Defensive steht, aber gegen die Schweiz brauchte es einen abgefälschten Schuss von Emil Forsberg, um überhaupt zu treffen.

Platz 5: Frankreich

Die Franzosen gingen mit enormen Vorschusslorbeeren in das Turnier, blieben gegen Argentinien aber lange einen Beweis schuldig. Ein zerrüttetes Team mit wenigen Top-Spielern und einem schwachen Lionel Messi in der Aufstellung reichte aus, um Frankreich an den Rand einer Niederlage zu drängen. Für das Viertelfinale gegen Uruguay muss, ganz besonders in der Defensive ein gänzlich anderer Auftritt her. Kylian Mbappe kann nicht immer alles lösen.

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Platz 4: Kroatien

In der Gruppenphase präsentierten sich die Kroaten bärenstark, wurden dann aber vehement von Dänemark ausgebremst. Gegen die Skandinavier wurden defensive Lücken offenbart, während offensiv vieles an Luka Modric hing. Dass Keeper Subasic auch im Viertelfinale wieder drei Elfmeter pariert, ist sehr unwahrscheinlich. Dass Mateo Kovacic verletzt und Ante Rebic angeschlagen ist, macht die Situation vor dem Spiel gegen Gastgeber Russland nicht leichter.

Platz 3: Belgien

Starke Japaner überraschten die Belgier von Trainer Roberto Martinez im Achtelfinale. Doch der Spanier zog die richtigen Wechsel und drehte die Partie nach einem 0:2-Rückstand. Das hat nochmals die enorme spielerische Qualität der Belgier verdeutlicht, die auf nahezu jeden Spielstand adäquat reagieren können. Und das ist enorm wichtig in der K.o.-Phase eines Turniers.

Platz 2: England

England? England! Die Three Lions können unter Gareth Southgate sogar Elfmeterschießen und waren in einem hart geführten Spiel gegen Kolumbien letztlich die überlegene Mannschaft. Das Achtelfinale ist dabei gar nicht mehr so entscheidend, sondern vielmehr der anstehende Weg. England trifft erst auf Schweden und dann in einem möglichen Halbfinale auf Russland oder Kroatien. Das Finale ist so nahe wie selten zuvor. Und dann ist alles möglich.

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Platz 1: Brasilien

Großen Flair versprühen die Brasilianer in Russland nicht unbedingt. Stetig wälzt sich Neymar auf dem Boden, die brutal stabile Defensive scheint eher das Prunkstück zu sein als die Offensive. Das zeigte sich in der Gruppenphase und nun auch erneut im Achtelfinale gegen Mexiko. Aber: Wenn Neymar gerade mal steht und läuft, kann er Spiele entscheiden. Wie eben gegen Mexiko. Der Sieger aus Brasilien und Belgien ist der zweite große Top-Favorit auf den Titel.