Posse in Athen: Ur-Olympiastadion ohne Ringe

Das Panathinaiko-Stadion ist eine der bedeutendsten historischen Sehenswürdigkeiten Athens. Seit der Sanierung im Jahr 2010 kamen bereits über 1,2 Millionen Besucher in die Arena, in der 1896 die ersten ersten Olympischen Spiele der Neuzeit stattfanden. Urlauber sind beeindruckt:

"Ich bin gerührt. Man entwickelt ein echtes Gefühl für Geschichte. Hier hat alles begonnen."

Nach dem Parthenon und dem Akropolis-Museum belegt die Arena Platz drei unter den meistbesuchten Orten der griechischen Hauptstadt. Das altehrwürdige Stadion hat allerdings einen neuzeitlichen Makel. Es fehlen seit 2011 die offiziellen Olympischen Ringe. Sie wurden wegen baurechtlicher Bedenken entfernt. Das griechische Kulturministerium verweigert seitdem beharrlich eine Neuinstallation der Symbole mit Strahlkraft - obwohl das Stadion dem Nationalen Olympischen Komitee Griechenlands gehört.

Spyros Capralos ist der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees Griechnlands, dem das Stadio gehört: "Jeder Besucher fragt, wo die olympischen Ringe sind. Das ist schade. Unglücklicherweise hat das Kulturministerium die Ringe aus bürokratischen Gründen entfernt. Wir hoffen, dass sie eines Tages in dieses Stadion zurückkommen. Sie gehören hierher und zur Geschichte unseres Landes."

Einziger optischer Hinweis auf die Olympia-Vergangenheit sind Flaggen.

Euronews-Korrespondent Giannis Giaginis kommentierte in Athen: "Das Panathinaiko-Stadion ist der Ort, an dem das Olympische Feuer an das jeweilige Organisationskomitee der Olympischen Spiele übergeben wird. Seit dem Verlust seiner olympischen Ringe erinnern nur noch zwei Flaggen im Eingangsbereich daran, dass hier 1896 die Olympischen Spiele der Neuzeit ins Leben gerufen wurden."