Porträt: Dietrich Hollinderbäumer – Meine schwedische Geschichte

Der Schauspieler Dietrich Hollinderbäumer in der Schloßstraße in Charlottenburg

Berlin.  Die Geschichte mit der Fahne passt zu ihm. Dietrich Hollinderbäumer erzählt von seinem Boot auf dem Wannsee und dem Freund, mit dem er es sich teilt. Vor einiger Zeit kam es da zu einer kleinen Auseinandersetzung. Darüber, ob man am Heck Flagge zeigen sollte. Der Freund wollte sich weder auf ein deutsches noch auf ein schwedisches Fähnchen einlassen. Man fand schließlich einen Kompromiss: eine EU-Fahne.

Es ist einer dieser noch wunderbaren spätherbstlichen Tage, als Hollinderbäumer diese kleine Berliner Episode schildert. Er ist am Morgen noch durch den Charlottenburger Schlosspark gejoggt. Soll ja Glückshormone freisetzen. Jetzt sitzt er auf der Terrasse des Cafés Villa Oppenheim, rührt im Tee, schaut in das noch immer blattvolle Geäst der Bäume im Schustehruspark und philosophiert über schwedische Lebensart. Man habe dort ein gemütlich-verliebtes Verhältnis zur Fahne, knüpft er an seine Erzählung von eben an. "Wenn ein Schwede 50 wird, bekommt er von seinen Arbeitskollegen einen Fahnenmast für das Wochenendhaus." Für manche Deutsche, die trotz Fußballweltmeisterschaft immer noch mit Fahnenstolz hadern, mag das seltsam klingen. Spießig. Würde Hollinderbäumer jetzt in seine Rolle als krawalliger Außenreporter der "heute-show" schlüpfen, könnte er das sicher genüsslich-zynisch kommentieren. Aber heute, für dieses Porträt, will er von seinem Leben erzählen, in dem Schweden einen großen Teil einnimmt. Das Land, das ihn geprägt hat im Umgang mit Menschen und ihm überhaupt zu dem S...

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