Porträt: Ihr Buch über die Tanzkneipe

Anna Müller

Anna Müller öffnet die Tür zu ihrer Kreuzberger Altbauwohnung. Ein lichtdurchflutetes Loft mit großen Fenstern, Korkboden, hohen Bücherregalen, in dem sie seit ihrem ersten Geburtstag mit ihrer Mutter lebt. "Schön, dass du da bist. Willst du etwas trinken?", fragt sie. Sie trägt T-Shirt und ihre blonden Haare im Dutt.

Anna Müller ist die einzige Tochter des Dramatikers Heiner Müller. Bertolt Brecht war der wirksamste deutsche Theatermacher der ersten Jahrhunderthälfte, in der zweiten war es Müller. Als er am 30. Dezember 1995 starb, war Anna drei Jahre alt. Sie sieht ihrem Vater ähnlich. Sie verhält sich auch so, wie ihn einstige Weggefährten beschrieben haben: besonnen, cool, selbstbewusst.

"Eigentlich hatte er immer gute Laune"

Seit einem Jahr ist Anna Müller Verlegerin. Mit Johannes Finke, der in den 90er-Jahren den Lautsprecher-Verlag gründete und Wahlkampfpartys für Christoph Schlingensief inszenierte, hatte sie vor einem Jahr die Idee zum "Herzstückverlag" – benannt nach einem Kurzdrama ihres Vaters. Ihr Liebstes. Das erste Buch "Nutzloses Gesindel" erscheint am 10. Juli. Es ist ein Sammelband aus Kurzgeschichten, Gedichten, Prosastücken, fiktiven Interviews, Anekdoten von mehreren Autoren über die Bar "King Size" an der Friedrichstraße in Mitte. Eine Tanzkneipe, um die sich zahlreiche Storys ranken, die jede Übertreibung überflüssig machen.

"Ein Zuhause für Edelkaputte, die eigentlich noch kaputter sind als Kaputte", schreibt Autor und Comedian Oliver Polak über das "King ...

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