Porsche verspricht Anlegern Gewinnsprung vor Mega-Börsengang

(Bloomberg) -- Die Sportwagenschmiede Porsche verspricht Investoren vor ihrem geplanten Börsengang, den Gewinn in den nächsten vier Jahren deutlich zu steigern.

Die Tochter der Volkswagen AG strebt bis 2026 eine Ebitda-Marge von bis zu 27% an, teilte das Unternehmen im Rahmen seines Kapitalmarkttages am Montag mit, verglichen mit 24,5% letztes Jahr. Das bliebe zwar hinter den fast 36% von Ferrari NV zurück, läge aber deutlich über Tesla Inc. und BMW AG.

“Als exklusiver Sportwagenhersteller befinden wir uns im Sweet-Spot der Automobilindustrie,” so Vorstandschef Oliver Blume. “Gleichzeitig profitieren wir von den Skaleneffekten aus der Kooperation mit dem Volkswagen Konzern. Daraus ergeben sich strukturelle Wachstumschancen für uns.”

VW will im vierten Quartal eine Minderheitsbeteiligung an Porsche - offiziell Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG - an die Börse bringen, um seine Expansion im Elektrobereich zu finanzieren. Die Wolfsburger haben mehr als ein Dutzend Banken mit dem IPO beauftragt, in dem Porsche laut informierten Kreisen mit 80 bis 90 Milliarden Euro bewertet werden könnte.

VW stellt die unabhängige Notierung als eine Möglichkeit für Porsche dar, größere Autonomie zu erlangen, aber weiterhin von der symbiotischen Beziehung mit der Muttergesellschaft zu profitieren.

Einige Investoren halten dagegen, dass die Struktur des Börsengangs den Autobauer gerade nicht unabhängiger von der Milliardärsfamilie Porsche-Piech macht. Im Rahmen des Deals würde die Familie einen Sperrminoritätsanteil von 25% plus einer Aktie erhalten.

Bereits in der Vergangenheit wurde die verworrene Governance-Struktur von VW für die unterdurchschnittliche Kursentwicklung des Börsenkurses verantwortlich gemacht. Die Vorzugsaktien des Konzerns haben in diesem Jahr mehr als 20% ihres Wertes eingebüßt.

Porsche will seinen Umsatz dieses Jahr auf bis zu 39 Milliarden Euro erhöhen und peilt eine Umsatzrendite von bis zu 18% an, zwei Prozentpunkte mehr als letztes Jahr. Langfristig soll die Rendite auf über 20% steigen, so Finanzvorstand Lutz Meschke.

Auslieferungen des 911, des profitabelsten Modells von Porsche, könnten dieses Jahr auf ein neues Rekordniveau von knapp 40.000 klettern. Das würde dem Unternehmen helfen, Ebitda-Margen wie ein Hersteller von Luxusgütern zu erzielen, so eine Analyse von Bloomberg Intelligence. Zum Vergleich: Ferrari hat letztes Jahr über alle Modelle gut 11.000 Autos verkauft.

Porsche ist Konkurrenten wie Ferrari und Aston Martin Lagonda Global Holdings Plc weit voraus, was die Elektrifizierung der Produktpalette angeht. Vom elektrischen Taycan hat Porsche letztes Jahr bereits mehr verkauft als vom 911er, und das Unternehmen bereitet die Einführung einer batteriebetriebenen Version des Macan vor, der 2024 kommen soll.

Das neue Luxus-SUV von Porsche, das in Leipzig gefertigt werden soll, wird preislich oberhalb des Cayenne positioniert, der ab etwa 83.000 Euro zu haben ist.

“Wir zielen vor allem auf margenstarke Segmente”, so Blume.

Mehr zum Thema: Porsches Luxus-IPO Pitch trifft auf Unsicherheit bei Bewertung

Überschrift des Artikels im Original:

Porsche Maps Out Profit Push Ahead of Landmark Luxury IPO

(Ergänzt Aussagen von Vorständen ab drittem Absatz)

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