Porsche, Mercedes, Apple: Wo angehende Ökonomen am liebsten arbeiten wollen – und welches Gehalt sie fordern

Der Fachkräftemangel ist einer der größten Herausforderungen, vor denen Unternehmen gerade stehen. Selbst große Konzerne mit starken Arbeitnehmermarken wie BMW, Adidas oder Siemens müssen um innovative Köpfe buhlen. Das bringt gut ausgebildete Bewerber in eine äußerst komfortable Situation auf dem Arbeitsmarkt. Mittlerweile sind sie es, die sich das Unternehmen aussuchen können - nicht umgekehrt.

Aber wer bekommt die klügsten Köpfe, die gerade noch an den Universitäten im Lehrsaal sitzen? Mit dieser Frage beschäftigt sich jedes Jahr die Employer-Branding-Beratung Universum. Dafür haben die Analysten zwischen September 2021 und März 2022 deutschlandweit fast 39.000 Studierende verschiedener Fachbereiche dazu befragt, in welchem Unternehmen sie später arbeiten möchten.

Klarer Gewinner ist die Automobilbranche - zumindest, wenn man die mehr als 13.000 an der Studie beteiligten Wirtschaftswissenschaftler fragt. Sie wählten gleich fünf große Autokonzerne in die Top 10. Am liebsten würden sie demnach bei Porsche arbeiten, dicht gefolgt von Daimler/Mercedes-Benz. Ebenfalls vertreten auf Rang vier und sechs sind die deutschen Konkurrenten BMW und Audi. Den siebten Platz bekleidet das US-Unternehmen Tesla, das im Vergleich zum Vorjahr zwei Plätze einbüßen musste.

"Mit der in Deutschland gestarteten Produktion scheint Tesla an Anziehungskraft eingebüßt zu haben", kommentiert Benedikt Strobel, Senior Research Project Manager bei Universum, das Ranking. Profitieren würde davon vor allem die deutsche Konkurrenz – allen voran der Autobauer Porsche, der nicht nur bei den Wirtschaftswissenschaftlern zu den beliebtesten Arbeitgebern zählt.

Große Beratungsunternehmen gewinnen an Attraktivität

Ebenfalls beliebt bei den angehenden Ökonomen: große IT-Konzerne wie Apple (Platz 3) und Google (Platz 5). Hoch im Kurs stehen zudem die großen Unternehmensberatungen. Bei McKinsey etwa möchte fast jeder zehnte der Befragten arbeiten, bei PwC sind es 7,85 Prozent.

Insgesamt schnitten die für Karriere und Prestige bekannten Branchen Consulting, Banken und Wirtschaftsprüfung bei den Wirtschaftswissenschaftlern etwas besser ab als in den vergangenen Jahren. Im vorherigen Ranking eher noch im Abwärtstrend konnten zum Beispiel KPMG und die Boston Consulting Group jeweils einen Platz bei den Wirtschaftswissenschaftlern gut machen. Deloitte, im vergangenen Jahr noch nicht in den Top 25 vertreten, schaffte es nun immerhin auf den 21 Rang.

Tina Smetana, Country-Managerin bei Universum, glaubt, einer der Gründe für die steigende Attraktivität liege in der pandemiebedingten Digitalisierung, und dass nun viele Jobs von zu Hause aus erledigt werden können.

Wunsch nach mehr Flexibilität

Das spiegelt sich auch in den Aussagen dazu wider, was sich die Studierenden insgesamt von ihren Arbeitgebern wünschen. So machen neben einem guten Gehalt unter anderem flexible Arbeitsbedingungen ein Unternehmen attraktiv für angehende Ökonomen.

Ein zentraler Punkt ist hierbei die Möglichkeit, remote zu arbeiten. Mit 55 Prozent ist es mehr als der Hälfte der befragten Wirtschaftswissenschaftler wichtig oder sehr wichtig, dass sie im Home Office arbeiten können. Danach gefragt, wie viele Tage pro Woche die Studierenden remote arbeiten wollen würden, geben mit 46 Prozent die meisten Studierenden zwei Tage an.

Deutlich erhöht hat sich auch das erwartete Jahresgehalt – allerdings nicht nur bei den Wirtschaftswissenschaftlern, sondern bei allen untersuchten Fachbereichen. In der aktuellen Umfrage lag es bei 48.904 Euro, das entspricht einer Steigerung von durchschnittlich fünf Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. „Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass die Studierenden die eventuell selbst auferlegte Zurückhaltung während der ersten Pandemiejahre gerade überwinden und die steigenden Preise sowie die globale Inflationsrate bereits einkalkuliert haben“, sagt Smetana.

tel

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