Porsche Automobil Holding: Hat die Aktie das Potenzial zur Verdoppelung?

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Porsche

Wie bei jedem Artikel über die Porsche Automobil Holding (WKN: PAH003) sollte man darauf verweisen, dass man bei einer Investition in die Porsche-Aktie (PAH) sich nicht direkt am bekannten Sportwagenhersteller beteiligt. Vielmehr handelt es sich bei der PAH um eine Beteiligungsgesellschaft, die die Mehrheit der VolkswagenStammaktien verwaltet.

Keine Frage, in weiterer Folge ist man auch bei einem Investment in die PAH-Aktie indirekt an den bekannten Marken wie Porsche, Audi, Seat oder Skoda beteiligt. Doch weshalb sollte man eher in die PAH-Aktie anstatt in Volkswagen direkt investieren? Und weshalb könnte die Aktie vor einer weiteren Verdoppelung stehen?

Abschlag vom Net Asset Value

Ein wesentlicher Grund, weshalb die PAH-Aktie für mich deutlich attraktiver ist als die Volkswagen-Stammaktie, liegt am Abschlag vom Net Asset Value (NAV). Eine Berechnung des NAV für die PAH ist vergleichsweise leicht durchführbar, da die PAH neben kleineren Beteiligungen vor allem über 53,3 % der Anteile der Volkswagen-Stammaktien verfügt.

Somit ziehe ich die Marktkapitalisierung der Volkswagen-Stämme in Höhe von 83,2 Mrd. Euro heran und multipliziere diesen Wert mit dem Anteil von PAH. Das Ergebnis wird in weiterer Folge durch die Summe der ausstehenden PAH-Aktien dividiert (306.250.00 Aktien). Somit lautet das Ergebnis, dass eine PAH-Aktie einen Wert an Volkswagen-Stammaktien in Höhe von 144,82 Euro verbrieft.

Darüber hinaus hält die PAH weitere Beteiligungen im Bereich des 3D-Drucks sowie im Bereich der Entwicklung von Sensoren für autonomes Fahren. In Summe sind diese Beteiligungen im Vergleich zum VW-Aktienpaket jedoch kaum eine Erwähnung wert.

Basierend auf dem derzeitigen Aktienkurs von ca. 86 Euro müsste somit die PAH-Aktie um über 68 % steigen, um den Wert des gehaltenen Portfolios korrekt abzubilden. Keine Frage, da der Abschlag vom NAV bereits länger besteht, ist nicht zu erwarten, dass sich dieser von einem auf den anderen Tag auflöst. Dennoch halte ich die Höhe des Abschlags für übertrieben.

Kurspotenzial durch Elektromobilität

Doch das Kurspotenzial der PAH-Aktie ist nicht nur auf den Abschlag vom NAV begrenzt. Denn die Beteiligungsgesellschaft partizipiert wesentlich am weiteren Erfolg der Wolfsburger Autobauer. So konnte die Volkswagen-Stammaktie auf Sicht eines Jahres eine Rendite von 85,15 % verzeichnen.

Kein Wunder! Denn die Elektromobilitätsstrategie von Volkswagen scheint aufzugehen. So wurde die Zahl der ausgelieferten Elektroautos im zweiten Quartal 2021 mit über 110.000 Stück mehr als verdreifacht im Vergleich zum Vorjahresquartal. Eine Entwicklung, die laut Vertriebschef Dahlheim sogar an Fahrt gewinnen könnte. Denn im laufenden Jahr erwartet der Konzern bereits die Auslieferung von über einer Million elektrifizierten Autos (inkl. Plug-in-Hybride).

Zudem verfügt der VW-Konzern über ein breites Spektrum an Marken wie Audi, Seat, Skoda oder Porsche. Damit sollte es dem Konzern vergleichsweise leichtfallen, unterschiedliche Zielgruppen anzusprechen. Denn eine Familie aus dem Mittelstand wird wohl kaum Angebote von Tesla einholen. Von einem E-Skoda hingehen sehr wohl.

Fazit

Für mich stellt die PAH-Aktie eine interessante Möglichkeit dar, um von der zukünftigen Fantasie der Elektromobilität bei Volkswagen zu partizipieren. Neben den fundamentalen Chancen gefällt mir auch die günstige Bewertung im Vergleich zum gehaltenen Vermögen der Beteiligungsgesellschaft.

Keine Frage, mit einer Investition in die PAH-Aktie verzichtet man auf sein Stimmrecht, denn an der Börse werden lediglich die stimmrechtslosen Aktien gehandelt. Doch seien wir ehrlich, wie oft nimmt man schon von seinem Stimmrecht Gebrauch?

Der Artikel Porsche Automobil Holding: Hat die Aktie das Potenzial zur Verdoppelung? ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Michael besitzt Aktien von der Porsche Automobil Holding und Volkswagen Vorzugsaktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Tesla.

Motley Fool Deutschland 2021

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