Populistische Fünf-Sterne-Bewegung will neue Regierung in Italien bilden

Spitzenkandidat Luigi Di Maio

Die populistische Fünf-Sterne-Bewegung will nach ihrem Wahlerfolg in Italien die neue Regierung bilden. Spitzenkandidat Luigi Di Maio sagte am Montag vor Journalisten in Rom, als stärkste Kraft trage die Fünf-Sterne-Bewegung die "Verantwortung", Italien "eine Regierung zu geben". Seine Partei repräsentiere im Gegensatz zu "anderen Gruppierungen" das ganze Land. Damit falle das Recht auf die Regierungsbildung "unausweichlich" der Fünf-Sterne-Bewegung zu, sagte der 31-Jährige.

Das Wahlergebnis sei "ein Triumph" für die Fünf-Sterne-Bewegung, sagte Di Maio. "Wir sind die Gewinner." Seine Partei sei bereit, "mit allen politischen Akteuren" zu sprechen, um eine Regierungsmehrheit auf die Beine zu stellen.

Die Fünf-Sterne-Bewegung war bei der Parlamentswahl am Sonntag nach Auszählung von knapp 90 Prozent der Wahllokale mit 32 Prozent stärkste Partei geworden. Das rechte Parteienbündnis von Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi kam demnach auf rund 37 Prozent, wobei die fremdenfeindliche Lega mit rund 18 Prozent die Forza Italia (FI) von Berlusconi mit 14 Prozent klar überrundete.

Lega-Chef Matteo Salvini hatte am Montag ebenfalls gesagt, er habe "das Recht und die Pflicht" eine Regierung zu bilden. Die einstige Regionalpartei aus dem Norden Italiens hatte vor der Wahl einen Schwenk vollzogen und den Bestandteil Nord aus ihrem Namen gestrichen, um landesweit um Wählerstimmen zu werben.

Eine Koaltion mit der Fünf-Sterne-Bewegung, über die vor der Wahl spekuliert worden war, schloss Salvini eher aus. Seine "Mannschaft" seien die Parteien aus dem Mitte-Rechts-Lager. Er werde keine Regierung bilden, die wie eine "Minestrone-Suppe" aus verschiedenen Zutaten bestehe, sagte der Lega-Chef.