Populärer Regierungschef: Wer ist Daniel Günther?

Kiel (dpa) - CDU, Grüne, FDP - aus drei so unterschiedlichen Parteien eine Koalition zu bilden, das war auch in Schleswig-Holstein 2017 nicht ohne. Dass dieses Jamaika-Bündnis eine ganze Wahlperiode hielt, liegt wesentlich am Chef:

CDU-Ministerpräsident Daniel Günther (48) hat es geschafft, alle Konflikte erfolgreich zu moderieren und zu lösen. Unideologisch und pragmatisch, sagen Beteiligte.

Der Wahlsieg vom Sonntag mit Riesenvorsprung vor der Konkurrenz geht zu einem Großteil auf Günthers Konto. Umfragen sehen ihn als beliebtesten Regierungschef in Deutschland. Sich dessen sehr bewusst, setzte die CDU im Wahlkampf ganz auf ihn. Dass Jamaika die Corona-Krise gut bewältigt hat, steht ebenso auf seiner Habenseite wie das positive Gesamtimage der Regierung.

Politiker, Langstreckenläufer, Katholik

Nach seinem eher überraschenden klaren Wahlerfolg 2017 hatte sich Günther schnell unter den CDU-Ministerpräsidenten etabliert. Die damalige Kanzlerin Angela Merkel nahm ihn bald in ihre kleineren Runden auf. Der gebürtige Kieler geht in Gespräche präzise vorbereitet und erwartet Gleiches von Mitarbeitern. Ausdauernd ist er ebenso, das hilft ihm als passioniertem Langstreckenläufer wie als Politiker. Der Katholik und Politikwissenschaftler war 2005 bis 2012 Landesgeschäftsführer der CDU, zog 2009 in den Landtag ein und wurde 2014 Fraktionschef.

Der als moderat geltende und über die Parteigrenzen hinaus beliebte Politiker könnte künftig eine größere Rolle in parteipolitischen Debatten der CDU spielen. Sein Name wird inzwischen auch genannt, wenn über den nächsten Kanzlerkandidaten der Union spekuliert wird.

Der mit einer Ärztin verheiratete Vater zweier Töchter ist seit langem in Eckernförde zu Hause, liebt Spaziergänge mit der Familie, schaut gern Fußball und Handball. Günther pflegt trockenen Humor, beschreibt sich selbst als diszipliniert, optimistisch, bodenständig und rational. Sein Musikgeschmack reicht von Klassik bis Heavy Metal, Schlager inklusive.

Im Video: Amtlich: CDU siegt klar in Schleswig-Holstein - AfD fliegt aus dem Landtag

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