Popmusik: Lorde: "Ich mag es, alles intensiv zu spüren"

Lorde live beim Glastonbury Festival 2017 - im Oktober singt sie in Berlin

Ella Yelich-O'Connor alias Lorde, vor vier Jahren mit dem Debütalbum "Pure Heroine" überaus erfolgreich, ist der wohl schlaueste und reflektierteste der jungen Popstars. Mit ihrer zweiten Platte "Melodrama", auf der Lorde die Hörer offen und musikalisch variantenreich an ihrem Leben teilhaben lässt, beweist die immer noch erst 20 Jahre alte Neuseeländerin erneut, dass sich Mainstreampop und intelligente Songs nicht ausschließen müssen. Wir trafen Lorde, die an diesem Tag allerbester Laune ist, in einem Hotel am Potsdamer Platz in Berlin.

Lorde, Sie haben Ihr neues Album "Melodrama" genannt. Für wie melodramatisch halten Sie sich?

Lorde: Ich denke nicht, dass ich besonders stark zur Melodramatik neige. Ich mag es nur, alles intensiv zu spüren. Im Angesicht solcher sehr leibhaftigen, von mir selbst übertriebenen Emotionen habe ich melodramatische Momente. Aber ich hoffe, dass ich einigermaßen entspannt bin. Zur Dramaqueen neige ich eigentlich nicht. (lacht)

Und woher dann der Titel des Albums?

Erstens lache ich dabei quasi über mich selbst und diese Haltung: Wenn du 19 bist und alles fühlt sich an wie die größte Sache der Welt. Meine Gefühle kamen mir so krass vor, als hätte noch nie jemand auf der Welt auch nur annähernd etwas Ähnliches gefühlt.

Sie sprechen von privatem Chaos?

Nicht nur. Auch das politische Durcheinander, das sich im vergangenen Jahr vor unser aller Augen entfaltete, war das Heftigste, was viele von uns bislang durchmachen mussten. Vor diesem lauten, grellen Hinter...

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