Das steckt hinter Dortmunds unspektakulärem Transferfinale

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Das steckt hinter Dortmunds unspektakulärem Transferfinale
Das steckt hinter Dortmunds unspektakulärem Transferfinale
Das steckt hinter Dortmunds unspektakulärem Transferfinale

In Dortmund war eigentlich alles für einen spektakulären Deadline-Day angerichtet.

Mit Callum Hudson-Odoi vom FC Chelsea und Diogo Dalot von Manchester United wurden zwei attraktive Namen im Weltfußball mit dem BVB in Verbindung gebracht. Um beide hatte der Klub nach SPORT1-Informationen intensiv geworben, doch letztlich warteten die Fans vergeblich auf eine Vermeldung zumindest eines der beiden Transfers.

Stattdessen wurde mit der Ausleihe von Marin Pongracic ein Deal innerhalb der Bundesliga bekanntgegeben. Viele Fans hatten sich den Countdown rund um den Transfermarkt vermutlich anders vorgestellt. Doch ist das schwarz-gelbe Transferfenster nach dem lauen Ausklang tatsächlich eine Enttäuschung gewesen?

BVB holte Wunschspieler Malen und Kobel

“Die Transferperiode stand natürlich unter dem Eindruck der Corona-Pandemie”, stellt Sportdirektor Michael Zorc bei SPORT1 klar: “Im Vergleich zu einigen anderen Klubs in Europa standen bei uns natürlich die wirtschaftlichen Voraussetzungen im Vordergrund.”

Aus finanzieller Sicht kann das Transferfenster als Erfolg angesehen werden. Bei den Dortmundern steht ein Plus von 62,75 Millionen Euro, das vor allem auf den Blockbuster-Transfer von Jadon Sancho zurückzuführen ist.

Der Engländer ging für 85 Millionen Euro zu Manchester United. Trotz des hohen Gewinns konnte der BVB zwei Wunschspieler verpflichten.

Als Ersatz für Sancho kam der talentierte Donyell Malen (22) für 30 Millionen Euro von PSV Eindhoven. Außerdem wurde der junge Schweizer Gregor Kobel (23) als neue Nummer 1 zwischen den Pfosten und damit als Nachfolger seiner Landsmänner Roman Bürki und Marwin Hitz vom VfB Stuttgart verpflichtet. Kostenpunkt: 15 Millionen Euro. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Ach ja - ein gewisser Erling Haaland konnte gehalten werden.

Rose kennt Pongracic aus Salzburg

Von einer Enttäuschung auf dem Transfermarkt kann im Zuge dieser Deals wohl nicht gesprochen werden. Und auch Pongracic könnte den Dortmundern durchaus weiterhelfen. Der 23-Jährige ist gelernter Innenverteidiger, kann aber auch im defensiven Mittelfeld und als rechter Verteidiger eingesetzt werden.

“Wir haben mit der Verpflichtung von Marin Pongracic auf die anhaltende Verletzungsproblematik im Abwehr-Bereich reagiert”, erklärt Zorc: “Wir haben immer betont, dass wir die Situation überprüfen. Mit der Diagnose bei Emre (Can, Anm. d. Red.), der einige Wochen benötigen wird, der Situation von Mats (Hummels, Anm. d. Red.) und Dan-Axel (Zagadou, Anm. d. Red.) haben wir uns am Ende für diesen Transfer entschieden.”

Die Flexibilität passt zum BVB und dem Konzept von Trainer Marco Rose. Und bei der schwierigen personellen Situation könnte Pongracic schnell auf Einsätze kommen, obwohl er in Wolfsburg zuletzt kaum mehr eine Rolle gespielt hatte. Praktisch: Der Coach kennt den Defensivspieler bereits aus gemeinsamer Zeit bei RB Salzburg.

“Es ist natürlich hilfreich, dass der Trainer den Spieler kennt und andersrum. Mit ihm haben wir uns viel Potenzial ausgeliehen. Marin ist kroatischer Nationalspieler mit einer guten Größe. Er ist ein Innenverteidiger mit gutem Spielaufbau und Tempo”, resümiert Zorc bei SPORT1.

BVB wollte keine Panikkäufe tätigen

Klar ist aber auch, dass sowohl Hudson-Odoi als auch Dalot dem Spiel des BVB gutgetan hätten. Vielleicht hätte man von ihnen vielleicht sogar den kleinen Push erhalten, der den Dortmundern noch zu fehlen scheint, um den Bayern gefährlich zu werden.

Nach SPORT1-Informationen wollte der BVB vor allem auf dem rechten Flügel unbedingt noch einmal nachlegen. Eine Leihe von Hudson-Odoi wäre ideal gewesen, scheiterte letztlich wohl aber auch an Chelsea-Coach Thomas Tuchel, der den 20-Jährigen nicht ziehen lassen wollte.

Dalot hätte hingegen eine Lücke auf der Position des Rechtsverteidigers schließen können, auf der Felix Passlack zuletzt keine gute Figur abgab. Der BVB wollte allerdings keine halbgaren Panikkäufe tätigen. Ein Transfer wäre nur in Frage gekommen, wenn es zu 100 Prozent gepasst hätte - sowohl bei Hudson-Odoi als auch bei Dalot.

Wenn den Dortmundern im Transferfenster etwas angekreidet werden kann, dann wohl eher der Verbleib von Roman Bürki, Marius Wolf und Nico Schulz. Die Reservisten bleiben auf der Gehaltsliste der Dortmunder, ohne wohl einen großen - oder überhaupt einen - Effekt auf dem Rasen zu haben.

Dabei sah es zumindest bei Bürki zwischenzeitlich schon gut aus: Der langjährige Stammkeeper, der mittlerweile dritter Torwart ist, lehnte einen Wechsel zum FC Basel jedoch ab.

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