Polizei setzt Wasserwerfer und Tränengas gegen Demonstranten in Thailand ein

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Proteste in Bangkok
Proteste in Bangkok

Die thailändische Polizei ist am Dienstag mit Tränengas und Wasserwerfern gegen pro-demokratische Demonstranten in Bangkok vorgegangen. Tausende Protestierende versuchten zum Parlament zu gelangen, wo über mögliche Änderungen an der Verfassung debattiert wurde. 18 Menschen wurden bei Zusammenstößen verletzt und mussten nach Angaben von Ärzten zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden.

In dem südostasiatischen Land gibt es seit Monaten von Studenten angeführte Proteste. Die Demonstranten fordern eine Reform der 2017 vom Militär geschriebenen Verfassung sowie den Rücktritt von Regierungschef Prayut Chan-O-Cha. Ein Teil der Protestbewegung verlangt auch eine Reform der Monarchie - lange ein Tabu in Thailand.

Die Polizei sperrte am Dienstag die Straßen zum Parlament mit Betonbarrieren und Stacheldraht ab. Als Demonstranten versuchten, eine Barrikade abzubauen, setzte die Polizei Wasserwerfer ein. Später kam auch mit Reizstoffen versetztes Wasser zum Einsatz. Die Demonstranten warfen ihrerseits Tränengasbehälter nach den Beamten.

"Wir kämpfen für eine bessere Zukunft unseres Landes und für alle, also hört auf, Wasserwerfer auf uns zu richten", rief der bekannte Aktivist Parit "Penguin" Chiwarak durch ein Megaphon. Am Abend (Ortszeit) drangen die Demonstranten bis zum Haupteingang des Parlamentsgebäudes vor, wo sie von der Polizei weiter auf Abstand gehalten wurden.

Die Parlamentsabgeordneten debattierten am Dienstag unter anderem darüber, ob der vom Militär besetzte Senat künftig direkt gewählt werden sollte. Eine Verfassungsänderung würde voraussichtlich sehr lange dauern. Zudem gilt es als unwahrscheinlich, dass der Senat für seine eigene Entmachtung stimmen wird.

Mehrere oppositionelle Abgeordnete traten vor das Parlamentsgebäude und appellierten an die Polizei, ihr hartes Vorgehen gegen die Protestierenden einzustellen. "Die Polizei sollte nicht übermäßig gewalttätig sein und (die Demonstranten) nicht bedrohen", sagte der Abgeordnete Taopipop Limjittrakorn Journalisten.

Am Rande der Proteste kam es auch zu Auseinandersetzungen zwischen pro-demokratischen Aktivisten und mehreren hundert ultra-royalistischen Anhängern. Beide Seiten warfen Flaschen, Steine und Müll aufeinander. Die Royalisten lehnen jede Verfassungsänderung als Untergrabung der Monarchie ab.

noe/cp