Polizei Louisville entlässt zwei in Tod von Schwarzer Taylor verwickelte Beamte

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Demonstanten in Louisville im September

Die Polizeibehörde der US-Stadt Louisville hat zwei der in den Tod der Afroamerikanerin Breonna Taylor im März verwickelten Polizisten entlassen. Ben Crump, der Anwalt von Taylors Familie, veröffentlichte am Dienstag (Ortszeit) ein Kündigungsschreiben an einen der Beamten mit den Worten: "Er forderte den Durchsuchungsbefehl an, der zum tragischen Mord an #BreonnaTaylor führte." Im Fall des 2014 von Polizisten erschossenen zwölfjährigen Tamir Rice entschied das US-Justizministerium am Dienstag, die Ermittlungen einzustellen.

Die junge Schwarze Breonna Taylor war im März in Louisville im Bundesstaat Kentucky von weißen Polizisten erschossen worden, die ihre Wohnung gestürmt hatten. Der Anwalt eines weiteren in den Tod von Taylor verwickelten Polizisten sagte US-Medien, dass sein Mandant ebenfalls eine Kündigung erhalten habe.

Einem dritter Polizisten war im Juni gekündigt worden. Im September war er vor Gericht wegen "fahrlässiger Gefährdung" von Menschenleben angeklagt worden, weil er während der Durchsuchung in eine benachbarte Wohnung geschossen hatte. Taylors Freund, der mit ihr im Bett lag, glaubte nach eigenen Angaben an einen Überfall, gab mit seiner Waffe einen Schuss ab und verletzte einen Beamten. Die drei Polizisten feuerten daraufhin ihre Dienstwaffen ab.

Taylor war nach ihrem Tod zu einer Symbolfigur der Black-Lives-Matter-Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt gegen Schwarze geworden. Dass der dritte Beamte wegen der wahllosen Schüsse in eine Nachbarwohnung angeklagt wurde, bisher aber keiner der Beamten wegen der tödlichen Schüsse auf Taylor, hatte in Louisville zu Protesten geführt.

Im Fall des 2014 von weißen Polizisten erschossenen zwölfjährigen Schwarzen Tamir Rice will das US-Justizministerium die Beamten Timothy Loehmann and Frank Garmback von der Polizei Cleveland nicht anklagen. Die Staatsanwaltschaft habe "nicht ausreichend Beweise für eine Strafanzeige auf Bundesebene", teilte das Ministerium mit.

Die Beweislage gegen den Schützen Loehmann reiche nicht aus, "um zu zeigen, dass der Beamte einen Fehler gemacht oder fahrlässig, aus Versehen oder irrtümlich gehandelt hat", hieß es in der Erklärung, mit der die Untersuchung zu dem Fall geschlossen wurde.

Rice wurde erschossen, nachdem die Polizisten über einen Notruf informiert worden waren. Die Beamten hielten eine Spielzeugpistole, die der schwarze Junge in den Händen hielt, für echt. "Die Familie Rice wurde erneut um einen fairen Prozess betrogen", teilte eine Anwältin der Familie mit.

fwe/ck