Kühlschrank verursachte Hochhausbrand in London

Die geschwärzte Fassade des ausgebrannten Grenfell Tower in London. Foto: Rick Findler/PA Wire

Der katastrophale Brand in einem Londoner Hochhaus mit mindestens 79 Todesopfern ist von einem defekten Kühlschrank ausgelöst worden. Es habe sich nicht um Brandstiftung gehandelt, sagte Fiona McCormack von Scotland Yard.

Die Polizei erwägt unter anderem eine Anklage wegen fahrlässiger Tötung. Die Ermittler hätten Unterlagen von mehreren Organisationen beschlagnahmt, sagte Fiona McCormack von Scotland Yard vor Reportern. Die Behörde untersuche allgemeine Sicherheitsverstöße und Verstöße gegen den Brandschutz. Man sehe sich alle Unternehmen an, die am Bau und an der Sanierung des Grenfell Tower beteiligt gewesen seien, hieß es weiter.

Bis zu 600 Hochhäuser in Großbritannien könnten nach Regierungsangaben eine ähnlich leicht entflammbare Fassadenverkleidung haben wie der Grenfell Tower und werden nun überprüft. Nach der Londoner Brandkatastrophe untersuchten Experten 100 Gebäude pro Tag, sagte Premierministerin Theresa May am Donnerstag im britischen Parlament. Bei Mängeln würden Eigentümer und Bewohner umgehend informiert.

Der Brand in dem Sozialbau breitete sich vor in kürzester Zeit über alle 24 Stockwerke aus. Die Behörden und das zuständige Bauunternehmen waren stark in die Kritik geraten. Die erst vor kurzer Zeit angebrachte brennbare Verkleidung des Gebäudes soll zur Katastrophe beigetragen haben.

Der Nachrichtensender Sky News berichtete, dass mehrere Verletzte nach dem verheerenden Brand wegen einer Blausäurevergiftung behandelt werden mussten. Die im Grenfell Tower verwendeten Dämmplatten strömten demnach bei dem Feuer das giftige Gas aus. In einer Studie sei schon vor Jahren vor dem Material gewarnt worden.

Der Chef der oppositionellen Labour-Partei, Jeremy Corbyn, sprach vor den Abgeordneten von einem "Verbrechen". Jeder einzelne Todesfall in dem Hochhaus hätte vermieden werden können, sagte er.

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