Polizei in Hongkong nimmt mindestens 15 Pro-Demokratie-Demonstranten fest

Zivilpolisten setzen Schlagstöcke gegen Demonstranten ein

Bei neuen Protesten von Demokratie-Aktivisten in Hongkong hat die Polizei am Samstag mindestes 15 Demonstranten festgenommen. In einem Einkaufszentrum im Bezirk Sheung Shui gingen Polizisten in Zivil mit Schlagstöcken gegen die Demonstranten vor, später wurden sie von uniformierten Polizeieinheiten verstärkt. Dutzende Demonstranten protestierten gegen die Anwesenheit von Festlands-Chinesen.

Unter den Festgenommenen war nach dem Bericht eines Reporters der Nachrichtenagentur AFP eine 14-Jährige. Die Demonstranten störten Besucher des Einkaufszentrums beim Einkaufen, mehrere Läden wurden geschlossen. Die Polizei setzte Pfefferspray gegen eine Gruppe von Anwohnern ein, die sich mit den Demonstranten solidarisierten.

Ähnliche Auseinandersetzungen gab es in einem Shopping-Center im Bezirk Kowloon Bay. Auch dort wurden mehrere Demonstranten festgenommen. Polizisten zwangen Teilnehmer der Proteste zu Boden. Der Bezirk Sheung Shui wird seit einigen Jahren zunehmend von Festlands-Chinesen für Einkaufstouren genutzt. Viele Anwohner sind verärgert darüber, dass die zuvor angestammten Läden von spezialisierten Läden für die Festlands-Chinesen verdrängt wurden.

In der chinesischen Sonderverwaltungszone hatten vor einem halben Jahr Massenproteste gegen die pekingtreue Führung begonnen, die teilweise in Gewalt umschlugen. Bei den Kommunalwalen im November hatte Regierungschefin Carrie Lam zwar ein Debakel erlebt, dennoch gibt es weder bei ihr noch in Peking Anzeichen für Zugeständnisse an die Demokratiebewegung. Zu den zentralen Forderungen bei den Protesten zählt die Freilassung der inzwischen rund 6000 festgenommenen Demonstranten und das Recht zur Wahl des Regierungschefs.