Polizei hörbar - Netzagentur nimmt Funkkopfhörer vom Markt

Wegen Sicherheitsmängel zieht die Bundesnetzagentur gelegentlich auch Funkkopfhörer aus dem Verkehr. Nun wurden zahlreiche Geräte entdeckt, die den Polizeifunk empfangen. Foto: Henning Kaiser/dpa/Archiv

Eigentlich soll man mit ihnen kabellos Musik hören. Doch offenbar ist es bei vielen Funkkopfhörern auch kein Problem, dem Polizeifunk zu lauschen. Nun schreitet die Bundesnetzagentur ein.

Bonn (dpa) - Die Bundesnetzagentur hat im vergangenen Jahr knapp 390 000 im Internet angebotene Funkkopfhörer aus dem Verkehr gezogen, weil sie auch Frequenzen der Polizei nutzen. Solche Geräte dürften nicht in Deutschland betrieben werden, teilte die Behörde mit.

Insgesamt nahm die Netzagentur 2017 rund 460 000 Produkte von Markt, weil sie Funkstörungen auslösen können oder andere Mängel aufweisen. Darunter waren Drohnen, Smart-Home- und LED-Waren. «Viele dieser Produkte kommen aus Fernost», sagte Behördenchef Jochen Homann laut Mitteilung.

Die Gesamtzahl der vom Markt genommenen Geräte hat sich im Vergleich zum Jahr 2016 mehr als halbiert, als der Verkauf von 986 000 Geräten gestoppt wurde. Damals seien aber allein fast 750 000 sogenannte FM-Transmitter zur Funkübertragung von Musik negativ aufgefallen. Insgesamt halte der Trend der vergangenen Jahre an, «dass über das Internet viele unsichere Produkte auf den deutschen Markt gelangen», sagte Homann.

Die Mitarbeiter der Bundesnetzagentur kontrollieren aber nicht nur Internet-Angebote, sondern nehmen auch Geräte aus dem Einzelhandel unter die Lupe. Dabei fielen im vergangenen Jahr 800 Produkte negativ auf. Die Bonner Bundesnetzagentur hat auf dem Gebiet der Marktüberwachung unter anderem den Auftrag, die Verbraucher vor gefährlichen Geräten zu schützen.