Polizei findet gestohlene Lennon-Tagebücher

Mehr als 100 gestohlene Gegenstände aus dem Nachlass des Beatles-Musikers John Lennon sind von der Berliner Polizei beschlagnahmt worden. Darunter zwei für Lennon typische Nickelbrillen, ein Zigarettenetui, Notenblätter, das Tonband einer Aufnahme eines Beatles-Konzerts von 1965 und sogar ein Schulheft aus dem Jahr 1952. Bei dem Diebesgut, das die Polizei am Dienstag präsentierte, befinden sich auch drei Tagebücher aus den Jahren 1975, 1979 und 1980 – der letzte Eintrag stammt vom Tag seiner Ermordung.

Lennons Witwe Yoko Ono hatte viele der Gegenstände anhand von Fotos im deutschen Konsulat in New York identifiziert.

Staatsanwältin Susann Wettley sagte: «Sie war sehr gerührt und man hat deutlich gemerkt, dass sie an diesen Gegenstände hängt und sie natürlich auch gerne zurückhaben will.»

86 Objekte waren im Juli bei einem insolventen Berliner Auktionshaus entdeckt worden, weitere fand die Polizei am Montag versteckt im Auto eines mutmaßlichen Hehlers. Der Beschuldigte sitzt inzwischen in Untersuchungshaft.

Als Dieb wird ein Mann verdächtigt, der von 1995 bis 2006 als Chauffeur für Ono in New York arbeitete. Vermutungen der Berliner Ermittler zufolge, habe der Mann wohl nach und nach Gegenstände aus der Wohnung gestohlen.

Er wurde 2007 in New York zu einer zweimonatigen Haftstrafe verurteilt, weil er heimlich Fotos in Onos Wohnung gemacht hatte. Inzwischen lebt er in der Türkei und soll schon vor drei Jahren versucht haben, das Diebesgut über einen Hehler in Berlin zu verkaufen.

Den Wert der gestohlenen Gegenstände schätzt das Auktionshaus auf 3,1 Millionen Euro. Nach Meinung von Polizei und Staatsanwalt sei der genaue Erlös aus einem illegalen Verkauf aber unklar.