Polizei beendet Räumung von Fechenheimer Wald in Frankfurt am Main

Die Polizei hat die Räumung des aus Protest gegen einen Autobahnausbau besetzten Fechenheimer Walds in Frankfurt am Main nach zweieinhalb Tagen beendet. Nach Angaben eines Polizeisprechers wurden die letzten noch verbliebenen Baumhäuser und anderen Strukturen am Freitag geräumt. Alle Menschen seien dabei "sicher" auf den Boden gebracht worden.

Etwa zweieinhalb Hektar Wald sollen für den umstrittenen Ausbau der Autobahn 66 zwischen Hanau und Frankfurt abgeholzt werden. Für die Abschnitte im Bereich des Fechenheimer Walds liegt bereits seit Jahren Baurecht vor. Rund tausend Bäume sollen gefällt werden, 2031 soll der Ausbau fertiggestellt sein. Gegen das Bauprojekt wird seit Jahren protestiert. Seit September 2021 besetzten Aktivisten den Wald, teils lebten sie dort in Baumhäusern. Die Räumung begann am Mittwochmorgen.

Bis Donnerstagabend räumte die Polizei nach eigenen Angaben bereits mehr als die Hälfte der von Aktivisten errichteten Baumhäuser und Strukturen in dem Wald, darunter auch einen rund 40 Meter hohen sogenannten Skypod. Wegen des Einsatzes am Freitag kam es erneut zu Verkehrsbehinderungen, die A66 war zwischenzeitlich gesperrt.

Nach Angaben des hessischen Innenministeriums sicherten bis zu 1800 Polizisten und Polizistinnen pro Tag die bereits laufenden Rodungen ab. Bis zum Freitagnachmittag holten die Einsatzkräfte demnach 22 Menschen unverletzt aus den Baumhäusern. Insgesamt seien mehr als 20 Barrikaden, Baumhäuser und andere Strukturen geräumt worden.

Mehr als 25 Menschen seien in Gewahrsam genommen worden. Die Polizei zählte seit Einsatzbeginn in der vergangenen Woche mehr als 25 Straftaten und rund 65 Ordnungswidrigkeiten, darunter Hausfriedensbruch, Verstöße gegen das Versammlungsgesetz und Widerstand.

Hessens Ministerpräsident Boris Rhein und Innenminister Peter Beuth (CDU) dankten den Einsatzkräften. "Die Polizei hat eindrucksvoll gezeigt, dass sie den Rechtsstaat souverän durchsetzt", erklärte Rhein am Freitag in Wiesbaden. Auch die Demonstrantinnen und Demonstranten hätten sich überwiegend friedlich verhalten. Der Regierungschef zeigte sich überzeugt, dass der Lückenschluss für die gesamte Region "ein Gewinn" sei.

Susanne Menge, Obfrau der Grünen im Verkehrsausschuss des Bundestags, kritisierte hingegen, mit den Rodungen in dem Waldstück werde "eine Verkehrspolitik von gestern zementiert". Das Verkehrsprojekt stehe wie andere Straßenbauvorhaben des Bundes im Konflikt mit den klima- und umweltpolitischen Zielen. Sie forderte ein radikales Umsteuern in der Infrastrukturpolitik. Der Bundesverkehrswegeplan müsse "endlich entrümpelt werden", erklärte Menge.

hex/cfm