Polizei in Bangladesch vertreibt Rohingyas aus wilden Camps und von Feldern

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Grenzschützer vertreiben Rohingya im Bezirk Ukhia

Die Polizei in Bangladesch hat am Dienstag in der Grenzregion zu Myanmar Rohingya-Flüchtlinge aus wilden Camps und von Feldern vertrieben. Der Polizeieinsatz in der Nähe von Kutupalong wurde von Reportern der Nachrichtenagentur AFP beobachtet. Die Polizisten warnten die Flüchtlinge mit Megaphon-Durchsagen, sie könnten festgenommen werden, wenn sie die Notunterkünfte nicht verließen.

Die Regierung Bangladeschs richtet in der Nähe ein Lager für 400.000 Flüchtlinge ein. Nach UN-Angaben wird es aber noch einige Zeit dauern, bis dort ausreichend Zelte, Toiletten und medizinische Einrichtungen vorhanden sind. Während weiter neue Flüchtlinge aus Myanmar einträfen, gebe es in Bangladesch "massiven" Bedarf an humanitärer Hilfe, sagte eine Sprecherin des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR, Vivian Tan.

Wegen des Konflikts um die muslimische Minderheit der Rohingya in Myanmar kamen nach Angaben der Regierung in Dhaka seit dem 25. August rund 421.000 Flüchtlinge nach Bangladesch. Der seit Jahren andauernde Konflikt in Myanmars Bundesstaat Rakhine war Ende August eskaliert, als Rohingya-Rebellen Soldaten und Polizisten angriffen und dutzende Sicherheitskräfte töteten. Das Militär reagierte mit einer Gegenoffensive. Hunderte Menschen wurden getötet, ihre Häuser niedergebrannt.

"Wir laufen herum wie kopflose Hühner", sagte die 70-jährige Amina Khatun. Sie hatte in der Nähe von Kutupalong in einer Kautschuk-Plantage notdürftig ein Zelt errichtet. Von dort wurde sie von der Polizei vertrieben, fand eine Unterkunft in einem Schulgebäude und wurde dort erneut zum Weiterziehen aufgefordert. "Die Polizei hat uns gesagt, wir sollen abhauen", klagte die verwitwete dreifache Mutter Khadiza Begum. "Wie soll ich bei dem Regen mit den Kindern und den Sachen so schnell weiterziehen?"

Die Welthungerhilfe versorgte nach eigenen Angaben im Bezirk Cox's Bazar bislang über ihre Partnerorganisation Anando 200 Familien mit Nahrungsmitteln. Die Ausgabe von Hilfsmitteln soll nun auf 4500 zusätzliche Hilfsbedürftige ausgedehnt werden.