IS reklamiert Botschaftsanschlag in Kabul für sich

Militär sichert den Bereich um die irakische Botschaft in Kabul ab, auf die Selbstmordattentäter einen Anschlag verübt haben. Foto: Massoud Hossaini

Eine Explosion erschüttert das Stadtviertel um die irakische Botschaft in Kabul. Die Behörden sprechen von einem Selbstmordanschlag. Der IS reklamiert die Tat für sich.

Kabul (dpa) - Aufständische haben in der afghanischen Hauptstadt Kabul einen Anschlag auf die irakische Botschaft verübt. Ein Selbstmordattentäter habe sich am Eingang zur Botschaft in die Luft gesprengt, sagte Nadschib Danisch, ein Sprecher des afghanischen Innenministeriums.

Ein weiterer Attentäter sei ebenfalls tot. Bei dem Angriff ums Leben gekommen seien auch ein Zivilist und eine Mitarbeiterin der Botschaft. Die irakischen Diplomaten konnten den Angaben nach in Sicherheit gebracht werden.

Zuvor hatte Danisch von vier Angreifern gesprochen - dem Selbstmordattentäter und drei Komplizen, die bei einem vierstündigen Schusswechsel mit der Polizei getötet worden seien.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte den Angriff für sich. Zwei Selbstmordattentäter hätten das Gebäude gestürmt, berichtete das IS-Sprachrohr Amak am Montag im Internet. Demnach seien mindestens sieben Wachleute bei dem Anschlag getötet worden. Die Sicherheitsschleuse sei zerstört. Die Angaben ließen sich zunächst nicht auf Echtheit überprüfen. Die irakische Armee hatte den IS zuletzt aus ihrer bedeutendsten Hochburg im Irak, der Großstadt Mossul, vertrieben.

In einer Erklärung des Innenministeriums hieß es, drei Polizisten seien verletzt worden. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sprach von mindestens sechs Verletzten, die nach dem Anschlag in Krankenhäuser gebracht worden seien.

Bilder und Videoaufnahmen in den sozialen Netzwerken zeigten aufsteigenden Rauch über dem Botschaftsgebäude. Örtliche Medien hatten zunächst von einer Explosion gefolgt von Schüssen in oder nahe der irakischen Botschaft berichtet.