Crowdinvesting in Immobilien ist verlockend – und so macht ihr es sicher

Michael Stephan
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Die Zahlen zeigen es: Digitale Schwarmfinanzierungen im Immobiliensegment sind ein Erfolgsmodell. Unseren Erhebungen zufolge wurden hierzulande allein im ersten Halbjahr 2017 45,8 Millionen Euro über Crowdinvesting-Plattformen eingesammelt — damit ist der vergangene Jahreswert von rund 41,2 Millionen bereits jetzt übertroffen. Dieses dynamische Wachstum unterstreicht, dass digitale Schwarminvestments als Anlagevehikel im Immobiliensegment mittelfristig genauso zum Standard gehören werden wie offene und geschlossene Publikumsfonds.

Die Gründe dafür sind vielseitig. Für Privatanleger werden Marktzugänge geschaffen, die sonst nur Immobilienexperten und Branchenvertretern offenstehen. Zudem bieten Schwarmfinanzierungen verglichen mit klassischen Anlageformen eine verhältnismäßig hohe und vor allem festverzinste Rendite von derzeit zwischen 4 und 7 Prozent per annum. Entwicklern bietet sich wiederum die Möglichkeit, günstig, schnell und unkompliziert Mezzanine-Kapital für ihre Projekte einzusammeln. Hinzu kommt, dass die Schwarmfinanzierung über eine Internetseite mit Tausenden Besuchern täglich eine vertriebsunterstützende Wirkung erzielen kann.

Gesetzliche Standards schaffen Klarheit

Bisher ist noch kein über eine Crowdinvesting-Plattform vermitteltes Darlehen ausgefallen. Dass es durchaus dazu kommen könnte, stellt für einige Branchenteilnehmer einen Unruhefaktor dar. Der medienwirksame Fall einer oberfränkischen Vermögensverwaltung, gegen deren Inhaber wegen Betrugs ermittelt wird, hat dies vor Kurzem verdeutlicht. Zwar ging es in den Ermittlungen nicht direkt um Immobilien-Crowdinvestments. Allerdings wurden über deutsche Plattformen Schwarmfinanzierungen für die Projekte zweier Firmen vermittelt, die im Besitz der Verdächtigen sind. Ob den privaten Investoren dieser Projekte ein Schaden entstehen wird, steht noch aus. Doch obwohl es bis jetzt nicht zum Ernstfall kam, war das Echo in der Branche laut. Vorfälle wie dieser unterstreichen, was wir bereits seit Längerem fordern: Eine stärkere gesetzliche Regulierung ist im Crowdinvesting-Segment unbedingt notwendig, um Vertrauen bei den Investoren zu schaffen. Ich wünsche mir dabei ganz ausdrücklich mehr politische Einmischung und Engagement.

Ungeachtet der Tatsache, dass die Ausgabe eines Nachrangdarlehens generell mit Risiken verbunden ist, können gesetzliche Standards erheblich zur Marktkonsolidierung beitragen. Dazu gehören einerseits klare Richtlinien, nach welchen Kriterien die Plattformen ihre jeweiligen Projektentwickler auswählen dürfen und welche Vorgaben deren Track-Record erfüllen muss. Andererseits sollte geklärt werden, inwieweit die Plattformen bei einem Investmentausfall haftbar sind. Ich bin der festen Überzeugung, dass den seriösen Anbietern aus einer stärkeren Regulierung nur Vorteile erwachsen würden.

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