Politiker von SPD und CDU fordern Reform des Bildungsföderalismus

Politiker von SPD und CDU haben anlässlich des 70. Jubiläums der Kultusministerkonferenz (KMK) eine grundlegende Reform des Bildungsföderalismus in Deutschland gefordert. Die früher selbst zur Kultusministerkonferenz zählenden ehemaligen Staatssekretäre Josef Lange (CDU), Burkhard Jungkamp und Michael Voges (beide SPD) bemängelten in der Wochenzeitung "Die Zeit" laut Vorabmeldung vom Mittwoch vor allem eine "fehlende Vergleichbarkeit" zwischen den Bildungssystemen in Deutschland. Dies führe zu einem "unfairen Wettbewerb" und Ungerechtigkeiten etwa beim Abitur.

Voges, der für Hamburg in der KMK war, verwies etwa auf die Probleme beim Numerus clausus durch die fehlende Vergleichbarkeit. "Da zählt in der Abiturnote die Stelle hinter dem Komma - dabei sind die Zensuren nur bedingt vergleichbar", sagte er.

In einem offenen Brief forderten die Bildungspolitiker die Ministerpräsidenten auf, in Zukunft für eine bundesweit einheitlichere Schulpolitik zu sorgen. Dazu sollten die Bundesländer in einem Vertrag Regelungen festlegen, die in allen Ländern gleich sind, heißt es laut "Zeit" in dem Schreiben.

Zu den geforderten verbindlichen Absprachen gehören demnach eine zentrale Abiturprüfung in Deutsch, Mathematik und der ersten Fremdsprache, ein einheitlicher Übergang von der Grundschule in die weiterführende Schule sowie gemeinsame Kerninhalte in der Lehrerausbildung. Ebenso müssten sich die Länder über eine einheitliche Umsetzung der Inklusion verständigen.