Mein Berlin: Warum wir Air Berlin noch vermissen werden

Das war's: Am Freitagabend kommt die letzte Air-Berlin-Maschine in Berlin an

Der Mensch ist ein elendes Gewohnheitstier. Das weiß jeder, der sich an Neujahr vornimmt, jetzt wirklich mal mit Sport anzufangen und weniger Alkohol zu trinken. Und dann am 5. Januar frustriert mit einer Flasche Wein auf dem Sofa lümmelt. Ja, Freunde, wir können nun einmal nicht so gut loslassen von Dingen, die irgendwie schon immer so waren, die uns Halt geben in schweren Zeiten und ein Fels in der Großstadtbrandung sind.

Seit Kurzem ist klar: Bald ist Feierabend bei Air Berlin. Ende Oktober soll das letzte Flugzeug unter dieser Flagge abheben, und dann ist in Tegel Ende Gelände mit Fliegen rot-weiß. Ich bin ein bisschen traurig deswegen. So, wie ich immer traurig bin, wenn etwas verschwindet, an das ich mich mit der Zeit gewöhnt habe. Zum Beispiel im Frühjahr, als Werbeheinis sich überlegt haben, dass es cooler ist, wenn Capri Sonne jetzt Capri Sun heißt. Angeblich weil dies besser für die Vermarktung sei.

Für mich und viele andere, die in den 80er- und 90er-Jahren groß geworden sind, wurde damit eine Kindheitserinnerung ruiniert. Capri Sonne gab es bei uns immer nach dem Seepferdchen-Schwimmunterricht. Für eine Mark durfte sich jeder beim dicken Onkel an der Bude eine Naschtüte aussuchen und dazu eben eine Capri Sonne trinken. Ein ganz besonderer Zauber war das, der durch die Gentrifizierung des Trinktüten-Prinzips jetzt einfach verflogen ist.

"Sind's die Augen, geh zu Ruhnke!"

Auch wenn die Läden kacke waren, fehlt mir trotzdem Schlecker im Straßenbild. Ebenso Praktiker. Und...

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