Politberater bei Lanz: Erstes TV-Duell durfte Politiker nicht von hinten zeigen

Der Journalist Michael Spreng war beim ersten Kanzlerduell 2002 als Berater für Edmund Stoiber tätig. (Bild: ddp Images)

In der Runde von Markus Lanz ging es am Dienstag gleich um mehrere Themen: Um Nordkoreas Atombombe, Sex im All und das Glück des Weltenbummlers. Doch so richtig skurril wurde es, als ein ehemaliger Politberater Einzelheiten über das erste TV-Duell der Kanzlerkandidaten aus dem Jahr 2002 auspackte.

Es sind bizarre Hintergründe, die fünfzehn Jahre nach dem ersten TV-Duell zwischen dem ehemaligen SPD-Bundeskanzler Gerhard Schröder und dessen Herausforderer Edmund Stoiber ans Licht kommen. Am Dienstag verriet Michael Spreng, der zum damaligen Zeitpunkt Berater des CSU-Politikers war, mit welchen Tricks man das erste Kanzlerduell in der deutschen Fernsehgeschichte im Jahr 2002 über die Bühne brachte.

So durften die beiden Spitzenpolitiker beispielsweise nicht von hinten gezeigt werden. „Das wurde sogar notariell beglaubigt“, versicherte Spreng einem ungläubigen Markus Lanz. „Es gab ganz starre Regeln, die waren noch viel starrer als heute“, erklärte der 69-Jährige in der Sendung am Dienstagabend. 2002 hatte man vertraglich geregelt, dass es etwa keine Einspieler geben durfte, bestimmte Schnitte mit den Kameras mussten unterlassen werden.

Vor allem Aufnahmen von hinten waren damals verboten. Die seien bei den meisten Menschen nämlich unvorteilhaft, so Spreng. „Wie sieht denn Edmund Stoiber von hinten aus, überleg ich jetzt grade. Doch normal mitteleuropäisch?“, wollte Markus Lanz daraufhin wissen, worauf Spreng lapidar erwiderte: „Naja, ich habe jetzt kein Bild dabei.“

Gerhard Schröder und Edmund Stoiber 2007 auf einer Veranstaltung in Oberbayern. (Bild: ddp Images)

Der Wahlkampf in diesem Jahr ist für Politikberater Spreng im Übrigen bereits gelaufen: „Die SPD hat‘s versemmelt.“ Die Partei sei nach der Übernahme durch Martin Schulz an einen „ungeheuren Punkt“ gelangt und hoch in den Umfragen gekommen, „und dann haben sie alles falsch gemacht, was man falsch machen konnte.“ Sprengs Fazit: „Der Drops ist gelutscht.“

Über das Format des TV-Duells an sich musste sich ein anderer Gast aufregen, der Entertainer Klaas Heufer-Umlauf. Die Themen würden nur angeschnitten werden. „Es gibt mehr als 90 Minuten durchzureden, und dann zu hoffen, dass man vielleicht gewonnen hat.“

Abgesehen vom Kanzlerduell ging es in der Sendung auch um Nordkoreas Aufrüstung. Der ehemalige Astronaut und heutige Inhaber des Lehrstuhls für Raumfahrttechnik an der TU München, Ulrich Walter, sieht in den Drohgebärden aus Pjöngjang keine wirkliche Gefahr. Ja, Kim Jong-un habe zwar eine Atom- oder eine Wasserstoffbombe, und eine solche wurde auch am vergangenen Wochenende auf nordkoreanischem Boden gezündet. Dennoch verfüge das Regime nicht über Trägersysteme, um Bomben gezielt auf ausländische Städte abzuschießen.

Und dann wurde es auch schlüpfrig. Weltraum-Experte Walter, der gerade eben erst ein Buch mit Anekdoten aus dem Astronautenleben auf dem Markt brachte, verriet: „Ja, es gab schon einmal Sex im Weltraum.“ Zwar gäbe es darüber keine offiziellen Verlautbarungen, aber dafür inoffizielle Aufzeichnungen der beteiligten Kosmonauten. Zwei Kosmonauten hätten sich um ihre Kollegin „bemüht“, heißt es in den Berichten. Intimeres wurde dann aber nicht ausgeplaudert. Doch Walter erklärt: Im All muss sich zumindest ein Sexpartner an einer Stange festhalten, um in der Schwerelosigkeit nicht davonzufliegen.

Für den schönsten Moment sorgte zum Schluss jedoch das Weltenbummler-Ehepaar Juliana und Dieter Kreutzkamp, das seit fast einem halben Jahrhundert miteinander verheiratet ist und sämtliche Kontinente bereist. Zu ihren Reise-Erzählungen werden immer wieder Videoaufnahmen aus dem Privatarchiv eingespielt. „Man lernt, mit ganz wenig ganz viel zu machen“, sagte Dieter Kreutzkamp über seine Erlebnisse unterwegs.