Eine Woche vor der Wahl bleibt die Union in Umfragen klar in Führung

Gut eine Woche vor der Bundestagswahl bleibt die Union mit großem Abstand vor der SPD stärkste Kraft. Allerdings ging für CDU und CSU im aktuellen ZDF-"Politbarometer" am Freitag der Trend leicht nach unten

Gut eine Woche vor der Bundestagswahl bleibt die Union mit großem Abstand vor der SPD stärkste Kraft. Allerdings ging für CDU und CSU im aktuellen ZDF-"Politbarometer" am Freitag der Trend leicht nach unten. Verschiebungen des Kräfteverhältnisses seien vor allem bei den kleineren Parteien noch möglich, sagte der Wahlforscher Matthias Jung der Nachrichtenagentur AFP.

Im "Politbarometer" der Forschungsgruppe Wahlen verliert die Union zwei Punkte und kommt auf 36 Prozent. Die SPD gewinnt in dieser Umfrage dagegen einen Punkt und liegt nun bei 23 Prozent. Im am Donnerstag veröffentlichten ARD-"Deutschlandtrend" hatte die SPD dagegen einen Punkt auf nur noch 20 Prozent verloren, während für die CDU/CSU unverändert 37 Prozent vorhergesagt wurden.

Fast keine Veränderung gibt es im "Politbarometer" bei der Frage nach dem gewünschten Kanzler oder der Kanzlerin: 56 Prozent wünschen sich einen Verbleib von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Amt, 32 Prozent hätten lieber SPD-Herausforderer Martin Schulz als nächsten Bundeskanzler (beide minus eins).

AfD und FDP gewinnen in der Sonntagsfrage des ZDF-"Politbarometer" jeweils einen Punkt hinzu und erreichen beide zehn Prozent. Die Linke liegt unverändert bei neun und die Grünen ebenfalls unverändert bei acht Prozent. Der "Deutschlandtrend" schätzt vor allem die AfD mit zwölf Prozent deutlich stärker ein, während für die übrigen kleineren Parteien ähnliche Werte vorhergesagt werden wie im "Politbarometer".

Beiden Umfragen zufolge gäbe es neben einer großen Koalition weiterhin nur eine Mehrheit für eine Regierung aus CDU/CSU, Grünen und FDP. Ein solches Jamaika-Bündnis wird allerdings von Grünen wie FDP mit Skepsis gesehen. 39 Prozent (minus drei) aller Befragten sagten allerdings laut "Politbarometer", dass sie noch nicht sicher sind, ob es bei ihrer geäußerten Wahlteilnahme oder Wahlabsicht bleiben wird.

Jung warnte allerdings davor, die Bedeutung der Unentschlossenen zu überschätzen. Viele von ihnen sagten zwar, sie seien noch unsicher, hätten aber "schon Präferenzen, wen sie wählen wollen", sagte der Vorstand der Forschungsgruppe Wahlen AFP. Daneben gebe es zwar auch tatsächlich noch unentschlossene Wahlberechtigte, doch "da sind dann überdurchschnittlich viele Nichtwähler darunter". Die von Schulz wiederholt genannte Hoffnung, noch unentschlossene Wähler auf seine Seite zu ziehen, sei daher zumindest in größerem Ausmaß "eher nicht realistisch".

Bei den kleineren Parteien sei dagegen noch Bewegung möglich, denn hier würden "ein bis zwei Prozentpunkte ja schon eine starke Veränderung" bedeuten, sagte Jung weiter. Auch komme "immer in den letzten Tagen vor der Wahl die koalitionstaktische Orientierung stärker in den Blick". Da gehe es dann zunehmend "um die Machtfrage, also wer soll mit wem zusammen regieren". Eine "gewisse Dunkelziffer" könnte es zudem laut Jung bei der AfD geben.

Für das ZDF-"Politbarometer" befragte die Forschungsgruppe Wahlen vom 12. bis 14. September 1383 Wahlberechtigte am Telefon. Der Fehlerbereich wurde mit bis zu plus/minus drei Prozent angegeben.