Polio-Impfteam aus Mutter und Tochter in Pakistan getötet

Angehöriger trauert um getötete Impfhelferin in Quetta

Unbekannte Täter haben am Donnerstag im Südwesten Pakistans zwei Mitglieder einer Kampagne zur Impfung gegen Kinderlähmung erschossen. Das aus einer 38-jährigen Mutter und ihrer 16-jährigen Tochter bestehende Team wurde nach Polizeiangaben in einem Außenbezirk der Großstadt Quetta getötet, als es Kindern Tropfen zum Schutz gegen Polio verabreichte.

In Pakistan gibt es häufig solche Angriffe. Seit Dezember 2012 wurden dabei mehr als hundert Menschen getötet. Mitarbeiter von Impfkampagnen werden verdächtigt, Spione der Regierung zu sein.

Der Grund dafür: Der US-Auslandsgeheimdienst CIA hatte seinerzeit in Pakistan eine vorgebliche Impfkampagne gestartet, mit deren Hilfe er dem Al-Kaida-Anführer Osama bin Laden auf die Spur kam. Im Mai 2011 töteten US-Soldaten Bin Laden in seinem Versteck in der nordpakistanischen Garnisonsstadt Abbottabad.

Quetta ist die Hauptstadt von Baluchistan, der größten und ärmsten Provinz des Landes an der Grenze zum Iran und zu Afghanistan. Islamistengruppen, darunter die pakistanischen Taliban, verüben dort immer wieder Anschläge. Pakistan ist einer der letzten Staaten, in dem Polio weit verbreitet ist.