Lewandowski ballert Polen zur WM - Schottland weint

Robert Lewandowski brachte Polen in der Schlussphase auf die Siegerstraße

Nach kurzem Zittern fährt Super-Torjäger Robert Lewandowski mit Polen erstmals zur WM.

Der Bundesliga-Star von Bayern München löste das Ticket zur Endrunde 2018 in Russland mit seiner Mannschaft am Sonntag zum Abschluss der Europa-Gruppe E durch ein 4:2 (2:0) gegen Montenegro. Polen, zweimaliger WM-Dritter, ist zum achten Mal für eine WM-Endrunde qualifiziert. (Ergebnisse und Spielplan der WM-Quali)

Lewandowski erzielt 16. Tor

Lewandowski hat in der Qualifikation 16 Tore in 10 Spielen erzielt und kann somit wahrscheinlich nur noch von Portugals Weltfußballer Cristiano Ronaldo (15/9) übertroffen werden. Am Sonntag legte er Kamil Grosicki (16.) in Warschau das 2:0 auf und erzielte das 3:2 selbst (86.), zuvor hatte Krzysztof Maczynski (5.) für die Gastgeber getroffen. (Die Tabellen der WM-Quali)


Die Polen gerieten zwischenzeitlich nach Gegentoren von Stefan Mugosa (78.) und Zarko Tomasevic (83.) ins Wanken, doch Lewandowski und ein Eigentor von Filip Stojkovic (87.) beruhigten sie wieder. In der polnischen Anfangsformation standen auch Lukasz Piszczek (Borussia Dortmund) und Jakub Blaszczykowski (VfL Wolfsburg). (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

Das Ergebnis bedeutete auch: Dänemark schafft es diesmal in die Playoffs. Dem Europameister von 1992 reichte gegen Rumänien ein Elfmeter-Tor von Christian Eriksen zum 1:1 (0:0). Vor der WM 2014 in Brasilien waren die Dänen der schlechteste aller Gruppenzweiten in der Europa-Qualifikation gewesen, daher blieb ihnen damals die Playoff-Teilnahme verwehrt. 

Slowakei darf träumen

Die Slowakei darf weiter von ihrer zweiten WM-Teilnahme träumen.

Das Team von Trainer Jan Kozak verdrängte zum Abschluss der Gruppenphase durch ein ungefährdetes 3:0 (1:0) gegen Malta die punktgleichen Schotten noch von Rang zwei. Die Bravehearts kamen in Slowenien trotz Führung nicht über ein 2:2 (1:0) hinaus und haben als Dritter keine WM-Chance mehr.


Für die Slowakei, die 2010 in Südafrika ins Achtelfinale vorgestoßen war, waren der ehemalige Bundesliga-Profi Adam Nemec (33./62.) und Ondrej Duda (69.) von Hertha BSC erfolgreich. Die Slowaken müssen nun hoffen, nach Abschluss aller Gruppen zu den acht besten Zweiten zu gehören, um an den Playoffs (9./14. November) teilzunehmen.

Schottland scheitert dramatisch

Die Schotten standen in Ljubljana unter Siegzwang und hielten dem Druck nicht stand: Leigh Griffiths (32.) brachte die von Gordon Strachan trainierten Gäste zwar mit seinem vierten Tor aus den letzten fünf Länderspielen in Führung, der eingewechselte Roman Bezjak (52./72.) vom Zweitligisten Darmstadt 98 sorgte mit einem Doppelpack aber für lange Gesichter bei den mitgereisten Fans.

Nach dem Ausgleich durch Robert Snodgrass (88.) und der Roten Karte gegen Sloweniens Bostjan Cesar (90.+2) warfen die Schotten noch mal alles nach vorne, konnten die Partie aber nicht mehr umbiegen.

Die schon zuvor als Gruppensieger feststehenden Engländer schlossen die Gruppe mit einem glanzlosen 1:0 (1:0) in Litauen ab. Im strömenden Regen von Vilnius war Tottenhams Torjäger Harry Kane (27.) per Foulelfmeter erfolgreich. Für Kane war es das siebte Tor in den letzten sechs Länderspielen. Damit beendeten die Three Lions die Gruppenphase ungeschlagen mit acht Siegen und zwei Remis. 

Nordirland sichert sich Playoff-Platz

Nordirland hat sich am letzten Spieltag der WM-Qualifikation einen Platz in den Playoffs gesichert. Die Mannschaft von Teamchef Michael O'Neill beendete die deutsche Gruppe C mit einem 0:1 (0:0) in Norwegen und 19 Punkten auf Rang zwei. Schon kurz vor Anpfiff hatten die Nordiren durch die Ergebnisse in den anderen Gruppen Gewissheit erlangt, dass sie unabhängig vom eigenen Resultat zu den acht besten Gruppenzweiten gehören.

Chris Brunt unterlief in der 71. Minute ein Eigentor. Die letztmals 1986 bei einer WM vertretenen Nordiren spielen somit am 9. und 14. November in zwei K.o.-Duellen um ihre insgesamt vierte Endrunden-Teilnahme.

Im Parallelspiel war Fußball-Zwerg San Marino beim 0:5 (0:3) in Tschechien chancenlos und beendete zum vierten Mal in Folge eine WM-Qualifikation ohne Punkt. Seit dem 1:1 in Lettland im April 2001 hat San Marino 43 Niederlagen in Serie kassiert.